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Stadtrat „Lex Altenoythe“ kein Bestand

GEHLENBERG - „Lex Altenoythe“, also ein Gesetz speziell für Altenoythe; diesen Begriff prägte CDU-Ratsherr Josef Trenkamp bereits im Juni 2009. Gemeint ist der Erlass einer Ergänzungssatzung, die es erlaubt, beim Ausbau der Riege Wolfstange in Altenoythe den Anliegeranteil von üblicherweise 75 Prozent auf 30 Prozent zu reduzieren. Diesen Erlass fasste die CDU-Mehrheit im Rat der Stadt Friesoythe – mit Ausnahme von Josef Trenkamp und der gesamten SPD-Fraktion. Als Grund für die Ausnahmeregelung wurde angeführt, dass die Straße eine Gemeindeverbindungsstraße zwischen den Orten Altenoythe und Hohefeld sei und daher die niedrigen Beiträge gerechtfertigt seien. SPD-Ratsherr Hans Meyer sah diesen Erlass schon damals auf sehr wackligen Beinen (die

NWZ

 berichtete).

Das sollte sich jetzt bewahrheiten. Die Kommunalaufsicht beanstandete den Erlass – damit ist er ungültig.

Die „Riege Wolfstange“ war daher am Mittwochabend erneut Thema im Friesoyther Stadtrat. Hier wurde eine Variante diskutiert, die von der Kommunalaufsicht selbst ins Spiel gebracht wurde. Die Aufsichtsbehörde hält es durchaus für möglich, in diesem Fall den betreffenden Straßenabschnitt als Straße, die stärker vom innerörtlichen Verkehr genutzt wird, anzusehen. Bei dieser Art der Klassifizierung wird der Anliegeranteil von 40 Prozent für die Fahrbahn veranlagt, statt der üblichen 75 Prozent. „Die Anlieger waren nicht begeistert, aber einsichtig“, fasste Erster Stadtrat Dirk Vorlauf ein Gespräch mit den Anwohnern zusammen.

„40 Prozent sind für die Anlieger vertretbar. In Zukunft werden wir dann bei vergleichbaren Fällen jeden Einzelfall abprüfen müssen“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzende Hildegard Kuhlen. „Mit diesem Kompromissvorschlag kann ich nicht leben“, sagte hingegen Trenkamp. Das sei allen Bürgern gegenüber unfair, dessen vergleichbare Straßen bereits mit 75 Prozent abgerechnet worden seien. Auf Dauer sei das ohnehin nicht machbar, sagte SPD-Ratsherr Wilhelm Bohnstengel. Zum einen sehe er die „allgemeine Gerechtigkeit“ in Frage gestellt, zum anderen müsste die Stadt in Zukunft bei vergleichbaren Fällen die Differenz von 35 Prozent selber tragen. Bohnstengel: „Dann wird der Schuldenberg der Stadt noch höher.“

Am Ende der Diskussion fand sich eine Mehrheit, die den Abschnitt von der Altenoyther Straße bis zu „Zu den Kämpen“ für eine Straße mit starkem innerörtlichen Verkehr halten.

Carsten Bickschlag
Carsten Bickschlag Redaktion Münsterland (Leitung Cloppenburg/Friesoythe)
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