• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Kontakt
  • Werben
NWZonline.de Region

Fruchtige Schnäpse und traditioneller Tee

02.10.2013

Friedeburg Wenn der SV Werder Bremen am Wochenende in der Fußball-Bundesliga antritt, werden im ostfriesischen Friedeburg bei der Firma Heiko Blume GmbH gleich doppelt die Daumen gedrückt: zum einen aus sportlicher, zum anderen aus unternehmerischer Sicht. „Wir stellen seit etwa zwei Jahren den Werder-Schluck her. Spielt Bremen schlecht, geht der Absatz zurück“, erklärt Geschäftsführer Arne Blume schmunzelnd. Leiden würde das Geschäft mit den Fußball-Fans trotz der seit einigen Monaten schwachen Bremer Ergebnisse nicht. „Das grüne Getränk ist in Bremen und im Umland nach wie vor sehr beliebt“, sagt Blume.

Markenspirituosen

Als Firmengründer Karl Blume nach dem Krieg die Ostfriesischen Markenspirituosen gründete, wurde zunächst lediglich Weizenkorn produziert. Wenig später kamen bereits Kräuterliköre und Halbbitter für den damals sehr regionalen Markt hinzu.

Der Moorfeuer ist eines der Produkte der ersten Stunde, der immer noch nach altem Rezept hergestellt wird. Die Spirituosen spielen nach wie vor eine herausragende Stellung im Unternehmen. Von besonderer Bedeutung sind neben den klassischen Spezialitäten wie dem Moorgeist (im Bild) und dem Alten Friesen vor allem die Sahneliköre Toffee Liqueur, Schoko Mint Liqueur und der Erdbeer Liqueur.

Das Produktportfolio wird bei Blume ständig erweitert, verspricht Geschäftsführer Arne Blume. Allein im vergangenen Jahr hat das Unternehmen über sechs neue Spirituosenspezialitäten auf den Markt gebracht. Die Entwicklungsabteilung arbeitet ständig an neuen Produkten, die dem Trend entsprechen. „So werden wir auch in Zukunft weiter arbeiten“, betont Blume.

Die Produkte rund um den Werder-Schluck betreffen nur einen kleinen Teil des Unternehmens, das sich mit der Herstellung eigener Tee- und Spirituosenmarken einen großen Namen gemacht hat. 80 verschiedene Spirituosen und 120 Teesorten (Schwarz-, Kräuter-, Früchtetee, Rooibos) werden im kleinen Friedeburg eingekauft, ausgewählt, verarbeitet und verpackt. „Wir haben 120 Mitarbeiter. In der Saison, die von September bis Dezember läuft, sind es in der Spitze bis zu 200 Angestellte“, sagt Arne Blume.

1950 hatte sein Großvater Karl den Betrieb gegründet, seitdem werden im Familienbetrieb ostfriesische Spezialitäten hergestellt. Zu ihnen zählen auch Konfitüren und Gelees sowie Geschenkpackungen und Präsentkörbe, die bundes- und europaweit an den Lebensmitteleinzelhandel geliefert werden.

Zusammen mit seinem Vater Heiko und Bruder Frank leitet Arne Blume das Unternehmen: „Die Aufgaben sind klar aufgeteilt und wir ergänzen uns durch unsere Fachgebiete“, sagt Arne Blume. Er selbst sei größtenteils für den Asien-Import verantwortlich. Zudem importiert das Unternehmen viele „Non-Food-Artikel“ wie Teedosen, Porzellan oder Stövchen aus Fernost.

„Den Tee kaufen wir hauptsächlich aus Indien, aber auch aus Indonesien und China, und verarbeiten ihn dann hier und in den Betriebsstätten in Bremen und Hamburg“, erklärt er. Bruder Frank bringe immer wieder „eigene Kreationen“ für die Herstellung der Spirituosen mit ein. Und Vater Heiko sei nach wie vor im Vertrieb tätig und betreue einen Hauptteil der Großkunden.

„In unserem Zentrallager in Friedeburg haben wir Stellplätze für 3400 Paletten“, berichtet Heiko Blume. In der Produktion würden an sechs Bändern rund 100 000 Flaschen am Tag befüllt. Eines der ersten eigenen Produkte gehört auch heute noch zu den meist verkauftesten Spirituosen der Firma: Moorgeist. „Willst du Ostfriesland richtig kennen, dann lass im Glas den Moorgeist brennen“, hat Arne Blume lachend gleich den passenden Spruch zu dem Getränk-Klassiker parat.

Spezialisiert haben sich die Friedeburger vor allem auch im Bereich des Sanddornes. „Wir haben eine eigene, zehn Hektar große Plantage auf der Insel Langeoog. Sanddorn wird seit rund zehn Jahren immer beliebter. Da unsere Ernteerträge aber nicht mehr reichen, kaufen wir auch von Feldern in Brandenburg ein“, berichten die Geschäftsführer. Ob Säfte, Gelee, Likör, Brand oder Grog – überall steckt bei Blume Sanddorn drin. „Er ist sehr robust, leicht anzubauen und hat einen extrem hohen Vitamin-C-Gehalt“, erklärt Arne Blume das Geheimnis.

Erst im vergangenen Jahr bekam die Firma für ihren Sanddorn-Likör den Bundesehrenpreis für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz für den Bereich Spirituosen – die höchste Ehrung, die eine Firma der deutschen Lebensmittelwirtschaft für Qualitätsleistungen bekommen kann. „Wir haben uns gegen 600 Produkte durchgesetzt, das ist eine tolle Auszeichnung“, betont Blume. Der Likör sei sehr fruchtig, aber mild und bekömmlich und „liegt einfach gut auf dem Gaumen.“

Kann die Firma nicht bei all den Ideen auch den Kickern vom SV Werder helfen? „Klar“, lacht Arne Blume, „wir würden nur zu gerne Zielwasser für die Spieler entwickeln, damit sie wieder besser treffen.“

Weitere Nachrichten:

SV Werder Bremen