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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga

Bundesliga: Nur in München läuft was schief

21.09.2020

Frankfurt Endlich wieder Fans und Stimmung in den Stadien, aber gleich zum Start heftige Irritationen um die Bosse des FC Bayern auf der Tribüne. Dass die Funktionäre des Rekordmeisters bei der 8:0-Gala zur Saison-Eröffnung der Münchner und auch von Schalke 04 in der leeren Allianz Arena dicht und ohne Maske nebeneinander saßen, brachte ihnen eine Rüge von Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml ein. Zugleich rief das wenig vorbildliche Verhalten auch die Deutsche Fußball Liga auf den Plan.

DFL sucht Gespräch

Die DFL teilte mit, sie sei „im direkten Gespräch mit dem FC Bayern“. Liga-Boss Christian Seifert konnte das Szenario aus nächster Nähe verfolgen: Er sah das Spiel – getrennt durch einen Aufgang mit Stufen – neben der Bayern-Führungsriege unter anderem mit Herbert Hainer, Oliver Kahn, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge. Und getrennt durch eine leere Sitzreihe über den Schalke-Funktionären. Der CSU-Politikerin Huml zufolge wäre es für die Münchner Führungsriege „klüger gewesen, wenn sie nicht so eng aufeinander gesessen wären – weil auch ausreichend Platz war“, sagte sie.

Ohne Abstand und Maske

Gemäß des DFL-Konzepts sind alle Personen in „Zone 2“ des Stadions, zu der die Tribüne zählt, „zum Tragen des Mund-Nasen-Schutzes verpflichtet, sofern der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht einzuhalten ist“. Rummenigge sprach am Sonntag von einem Missverständnis. „Wir sind uns alle einig, dass das Bild nicht unbedingt vorbildlich war“, sagte der Vorstandsvorsitzende und versprach: „Beim nächsten Spiel werden wir wieder den Abstand halten.“

Huml wiederum verwies darauf, dass bei bundesweiten Sportereignissen grundsätzlich 1,5 Meter Mindestabstand vorgesehen seien. Daher habe es das Ministerium „mit Blick auf die Vorbildfunktion“ überrascht, dass die Bayern-Funktionäre weder an Abstand noch an Maske dachten.

Leere auch in Köln

Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen in München musste die Auftaktpartie doch ohne Publikum ausgetragen werden. Kurzfristig blieb auch das Stadion des 1. FC Köln leer. „Wir brauchen Planungssicherheit, sonst wird es schwierig“, sagte Kölns Geschäftsführer Alexander Wehrle vor der Partie gegen die 1899 Hoffenheim. Zuvor hatte er aber betont, der Club sei bereit, mit einer leeren Arena seinen Beitrag für sinkende Fallzahlen zu leisten.

DFL-Geschäftsführer Seifert rechnet mit weiteren kurzfristigen Entscheidungen. „Wir werden uns ein Stück weit daran gewöhnen müssen, dass die Flexibilität, die diese Saison erfordert, auch bedeutet, dass wir nicht von vornherein sagen können, wie jeder Spieltag stattfinden wird“, sagte der Spitzenmanager. „Es gilt, besonnen zu sein und kleine Schritte zu gehen.“

10 000 in Dortmund

Auch Schalke droht für seine Heimpartie gegen Werder Bremen am kommenden Wochenende ein Ausschluss der Fans, da die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Gelsenkirchen massiv angestiegen ist. Die größte Kulisse hatte das Spiel zwischen Borussia Dortmund und Mönchengladbach mit rund 10 000 Zuschauern. „Schön, dass ihr wieder hier seid. Darüber freue ich mich riesig“, rief Stadionsprecher Norbert Dickel den Fans zu.

Dank der kurzfristigen Einigung der Bundesländer auf eine Testphase mit bis zu 20 Prozent der Kapazität gefüllten Arenen waren jeweils tausende Zuschauer zugelassen. Über größere Störfälle bei der Anreise oder in den Stadien wurde nichts bekannt.

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