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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga

Jubel, Tränen und ganz viel Pech

15.05.2019

Frankfurt /München /Köln Zum ersten Mal seit 2008/09 (Meister: VfL Wolfsburg) kann dem Tabellenführer am letzten Liga-Spieltag noch die Meisterschale entrissen werden. Ein Rückblick.

65/66: MÜDE HELDEN

1860 München - Hamburger SV 1:1; Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund 4:1. Die erste wirklich knappe Entscheidung am letzten Bundesliga-Spieltag. Erst eine Woche zuvor hat 1860 München durch einen Sieg beim frischgebackenen Europapokalsieger Borussia Dortmund die Tabellenspitze zurückerobert. Ein Punkt fehlt zum Titel. Es bleibt bis heute ihr letzter.

70/71: Mal anders

Eintracht Frankfurt - Borussia Mönchengladbach 1:4, MSV Duisburg - Bayern München 2:0. Achtmal hat der FC Bayern am letzten Spieltag die Meisterschaft für sich entschieden – am 5. Juni verspielt er zum einzigen Mal die Schale im großen Finale. Jupp Heynckes sichert Mönchengladbach mit zwei Toren ein 4:1 bei Eintracht Frankfurt.

77/78: PREISSCHIESSEN

Borussia Mönchengladbach - Borussia Dortmund 12:0; FC St. Pauli - 1. FC Köln 0:5. „Kann Gladbach elf Tore schießen?“, fragt die „Bild“-Zeitung. Es kann. Doch sieben Tore aufzuholen, reicht den Gladbachern nicht: Zehn hätten es sein müssen. Köln rettet sich im Hamburger Volksparkstadion gegen den FC St. Pauli über die Ziellinie. DFB-Ermittlungen gegen die Dortmunder verlaufen im Sande, der damalige BVB-Coach Otto Rehhagel wird zu „Otto Torhagel“ und einen Tag nach der Pleite entlassen.

85/86: AUF EWIG KUTZOP

Bayern München - Borussia Mönchengladbach 6:0; VfB Stuttgart - Werder Bremen 2:1. Ein Name wird zum Synonym für Versagen unter enormem Druck: Michael Kutzop. Am 33. Spieltag hat er den Titel für Werder auf dem Fuß, schießt den unberechtigten Elfmeter gegen die Bayern aber in der 89. Minute an den rechten Pfosten. Zum Drama wird der einzige Elfmeter, den Kutzop in seiner Karriere verschießt, mit Verzögerung: Denn am letzten Spieltag ziehen der FC Bayern noch an Werder vorbei.

91/92: ALFONS BERG

Bayer Leverkusen - VfB Stuttgart 1:2; Hansa Rostock - Eintracht Frankfurt 2:1; MSV Duisburg - Borussia Dortmund 0:1. Ralf Weber ist nur mit vereinten Kräften aufzuhalten. Er hat augenscheinlich nur eines im Sinn: Alfons Berg per Faust mitzuteilen, was er von dessen Entscheidung hält. Es hätte Elfmeter geben müssen für die Eintracht in Rostock (76. Minute/1:1). Schiedsrichter Berg pfeift nicht. Frankfurt verliert. Meister wird Stuttgart.

94/95: Böser Abschied

Borussia Dortmund - Hamburger SV 2:0; Bayern München - Werder Bremen 3:1. Ausgerechnet die Bayern. Da haben sie dem Rivalen Bremen für die Saison 1995/96 schon Trainer Rehhagel und Spielmacher Andreas Herzog abgeworben – und am letzten Spieltag vermasseln sie ihnen noch die Meisterschaft. Borussia Dortmund staubt ab.

99/00: Kokain-Affäre

Bayern München - Werder Bremen 3:1; SpVgg Unterhaching - Bayer Leverkusen 2:0. „Meine Nerven sind blank“, sagt Bayer-Manager Reiner Calmund zur Halbzeit. Zu diesem Zeitpunkt liegt Bayer durch ein Eigentor von Michael Ballack in Unterhaching zurück. Markus Oberleitner besiegelt das Aus. Niemand ahnt, dass Trainer Christoph Daum wenige Monate später mit seiner Kokain-Affäre den Fußball erschüttern wird.

00/01: Vier Minuten

Hamburger SV - Bayern München 1:1; Schalke 04 - SpVgg Unterhaching 5:3. Das unübertroffene Drama der Bundesliga-Geschichte. Unvergessen, wie sich im Schalker Stadion herumspricht, der Meisterfluch sei endlich gebrochen, wie alle fast im Schockzustand jubeln, Huub Stevens, Rudi Assauer, Zehntausende. Die Stadionregie löst das geplante Feuerwerk aus. Doch dann: In Hamburg wird noch gespielt! Die Bayern treffen durch Patrik Andersson (94.) per indirektem Freistoß, die Videowand im Parkstadion überträgt den Stich ins Schalker Herz live.

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