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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga

Hand-Regel sorgt weiter für Unverständnis

26.08.2019

Gelsenkirchen Allen Präzisierungen und intensiven Schulungen der Beteiligten zum Trotz sorgt die Handregel in der Fußball-Bundesliga für Diskussionen und Unverständnis. Zwei umstrittene Entscheidungen beim Topspiel zwischen Schalke 04 und Bayern München (0:3) hinterließen nicht nur bei Ex-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer „ein ungutes Gefühl“.

Schalkes Trainer David Wagner wurde deutlicher. „Aus meiner Sicht hätten wir zwei Handelfmeter bekommen müssen. Ganz ehrlich: Auf die Erklärung bin ich gespannt“, sagte der 47-Jährige.

„Hier hatte Schalke Pech“, schrieb Kinhöfer in seiner Kolumne in der „Bild am Sonntag“ und gab zu: „Es hätte auch durchaus Argumente für ein strafbares Handspiel gegeben. Was mich stört: Es herrscht ein Ungleichgewicht zwischen Angreifer- und Verteidiger-Handspiel – und das bringt wieder Diskussionen ohne Ende.“ Wann ein Handspiel strafbar ist und wann nicht – das ist nach wie vor die zentrale Frage. Und es liegt weiterhin im Ermessen des Referees auf dem Platz, ob er sich zweifelhafte Szenen noch einmal anschaut.

Auf Schalke bekam Bayern-Abwehrspieler Benjamin Pavard – mit dem Rücken zum Spielfeld – einen Kopfball von Matija Nastasic (58.) an den abgespreizten Arm. Fünf Minuten später lenkte Ivan Perisic in der Mauer hochspringend mit dem Unterarm einen Freistoß von Daniel Caligiuri ins Toraus. Beide Male gab es keinen Elfmeter.

Schiedsrichter Marco Fritz sah sich die Szenen trotz Rücksprache mit dem Video-Assistenten Bastian Dankert (Rostock) nicht noch einmal selbst in der Wiederholung am Spielfeldrand an. Fritz rechtfertigte sich anschließend damit, dass er aus Köln kein Signal bekommen habe.

Doch dies sorgte für Unmut bei den Betroffenen. Sogar der unbeteiligte Gladbacher Trainer Marco Rose äußerte im „Sportstudio“ des ZDF Unverständnis: „Wenn man da nicht mindestens rausgeht und es sich noch mal anschaut, dann verstehe ich den Sinn des Videoschiedsrichters auch nicht.“

Lutz-Michael Fröhlich pflichtete ihm am Sonntag bei. „Bei Perisic geht der Arm zum Ball, bei Pavard sehe ich das nicht ganz so. Von der Überzeugungskraft und der Außenwirkung wäre es aber wahrscheinlich am besten gewesen, wenn er sich noch mal selbst ein Bild gemacht hätte“, räumte der DFB-Schiedsrichterchef ein.

Richtig machte es Referee Sascha Stegemann bei der Partie der TSG Hoffenheim gegen Werder Bremen. Weil Werders Niclas Füllkrug vor seinem vermeintlichen Tor zum 2:2 den Ball mit der Hand berührt hatte, nahm Stegemann den zunächst gegebenen Treffer wieder zurück. „Korrekt – und im Prinzip auch eine gute Sache“, wertete Kinhöfer: „Die neue Regel schafft klare Voraussetzungen. Alle wissen nun, woran sie sind.“ Füllkrug zumindest wusste es nicht so ganz genau: „Wie das Regelwerk wieder verändert wurde, ist wieder eine Sache, die den Fußball meiner Meinung nach noch ein Stück mehr verschlechtert. Ich kann es nicht nachvollziehen. Aber laut dem Regelwerk ist es kein Tor.“

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