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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga

Serge Gnabry spielt jetzt in München

12.06.2017

München Den Sprung zum großen FC Bayern hat sich Serge Gnabry schon vor Monaten zugetraut, jetzt soll er beim deutschen Fußball-Rekordmeister als erste Transfer-„Granate“ tatsächlich seine Idole Franck Ribéry und Arjen Robben beerben. Der deutsche Branchenriese hat den Shootingstar von Werder Bremen dem Ligarivalen 1899 Hoffenheim vor der Nase weggeschnappt und mit einem Vertrag bis 2020 ausgestattet. Festgeschriebene Ablöse: acht Millionen Euro.

„Wir freuen uns, dass in Serge Gnabry ein weiterer junger, deutscher Nationalspieler zum FC Bayern kommt. Serge hat in Bremen eine sehr gute Entwicklung genommen“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Gnabry nannte es „eine große Ehre, Teil des FC Bayern zu werden. Vor mir liegt eine spannende Zeit, auf die ich mich sehr freue.“

Der 21-Jährige ist der dritte Münchner Neuzugang. Pikant: Die beiden ersten, die Nationalspieler Niklas Süle und Sebastian Rudy, kommen aus Hoffenheim, das über den neuesten Coup der Bayern verärgert sein dürfte.

Die Kraichgauer galten bis zuletzt als heißester Anwärter auf einen Deal mit Gnabry, doch die Bayern funkten dazwischen - ganz im Sinne von Uli Hoeneß. Der Präsident hatte am Rande der Feierlichkeiten zur 27. deutschen Meisterschaft betont, die aktuelle Mannschaft könne nur mit „Granaten“ verstärkt werden.

Ist Gnabry das, eine Granate? „Ob ich das Zeug habe oder nicht, das müssen die Bayern wissen. Die verpflichten Spieler nach ihren Vorstellungen und Wünschen“, hatte er bereits im vergangenen November nach seinem Länderspieldebüt mit drei Toren in San Marino (8:0) gesagt. Aber ja, er traue sich die Bayern „definitiv“ zu: „Ich habe vorher bei Arsenal gespielt. Ich bin mit 16 Jahren rüber, habe mir das auch zugetraut.“

Von den Gunners, wo Weltmeister Mesut Özil eine Art Mentor für ihn war, führte sein Weg vor einem Jahr an die Weser. Schon damals hieß es, der FC Bayern habe an diesem Transfer mitgewirkt und sich ein Vorkaufsrecht gesichert, Werder dementierte dies seither mehrfach.

Am vergangenen Donnerstag gab Gnabry dann seinen Abschied aus Bremen bekannt. Werder sei ein „wirklich besonderer Verein“, der seine „Vorstellungen und Erwartungen übertroffen“ habe, schrieb er in den sozialen Netzwerken: „Mein Weg geht aber woanders weiter.“

Bei den Bayern, wo er auf zwei seiner Idole trifft. „Ribéry und Robben haben eine unglaubliche Karriere hingelegt, das wünscht sich jeder. Sie sind Vorbilder für mich“, sagte er einmal der Sport Bild.

Vorher muss der Silbermedaillengewinner und beste Torschütze des Olympia-Turniers 2016 in Rio (sechs Treffer) aber mit der deutschen U21 zur EM nach Polen (16. bis 30. Juni). Dort soll sich der schnelle Rechtsfuß, der für Werder in 27 Spielen elf Tore erzielte, für Joachim Löw und die WM 2018 empfehlen. Der Bundestrainer traut ihm Großes zu. „Er hat einen sehr starken Tordrang, ist technisch gut und hat viel Tempo in seinen Aktionen“, sagte er.

Werder Bremens Geschäftsführer Klaus Filbry ist von Gnabrys schnellem Wechsel enttäuscht. Er habe sich vom Fußball-Nationalspieler „etwas mehr Ausdauer erhofft, sich durchzusetzen“, sagte der Vorsitzende des Bremer Geschäftsführung dem Internetportal „werderstube“. „Er hat sich aus meiner Sicht vielleicht für den leichteren Weg entschieden. Ich finde das schade.“

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