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NWZonline.de Sport Fußball

Werder rettet Punkt in Freiburg - Kohfeldt genervt

25.11.2018

Freiburg (dpa) - Eine Frage nervte Florian Kohfeldt dann doch. Der Trainer des SV Werder Bremen war nach dem späten Punktgewinn beim SC Freiburg eigentlich ganz froh über das Ende der Niederlagenserie.

Doch dann wurde sein Kapitän Max Kruse mal wieder zum Thema. Wie er denn die Leistung des 30-Jährigen beim 1:1 (0:1) gesehen habe, wurde Kohfeldt gefragt. "Gut", lautete die knappe Antwort - aber wenige Sekunden später holte der Coach dann aus.

Es ärgerte ihn, dass Kruse vor drei Wochen noch als Rückkehrer in die Nationalmannschaft gehandelt worden sei, zuletzt aber häufig kritisiert wurde. "Max ist mein Kapitän", betonte der 35-Jährige zum wiederholten Mal. Unterstützung bekam er von Freiburgs Trainer Christian Streich. "Und wenn sie nicht mehr wollen, dass er in Bremen kickt, kann er gerne hier bleiben", scherzte Streich, der Kruse während der gemeinsamen Zeit in Freiburg vor einigen Jahren als "super Typ" kennen und schätzen gelernt habe.

Dabei ist Kruse zumindest sportlich alles andere als der Hauptdarsteller der im zweiten Durchgang unterhaltsamen Partie gewesen. Im Fokus stand am Ende Ludwig Augustinsson: Mit dem 1000. Freiburger Gegentor in der Geschichte der Fußball-Bundesliga hatte der Schwede in der Nachspielzeit die vierte Bremer Niederlage in Serie gerade noch verhindert. "Ich habe versucht zu riechen, wo der Ball wohl hinkommen würde", sagte der Außenverteidiger über seinen Abstauber nach einer Ecke. Zuvor hatte Freiburgs Luca Waldschmidt (42. Minute) die Gastgeber per Elfmeter in Führung gebracht.

Was Werder der späte Punktgewinn bringt, werden erst die nächsten Wochen zeigen. Diese werden für Bremen extrem schwierig. Zunächst kommt am kommenden Samstag Rekordmeister FC Bayern München ins Weserstadion. Anschließend geht es vor der Winterpause unter anderem noch zu Borussia Dortmund und RB Leipzig. "Wir lassen uns nicht unterkriegen. Es ist immer wichtig, Punkte zu machen. Wir sind drei Punkte hinter Bayern", sagte Kruse trotzig.

Wie sehr die aktuelle Situation den Bremern dennoch zusetzt, zeigte sich in Freiburg von Beginn an. In der ersten halben Stunde war von Werder in der Offensive nichts zu sehen. Stattdessen scheiterten die Freiburger Luca Waldschmidt (11.), Pascal Stenzel (17.) und Marco Terrazzino (25.) mehrfach aus der Distanz.

Die Bremer Offensive brauchte eine halbe Stunde, um sich an ihre alten Qualitäten zu erinnern. Innerhalb von nur zwei Minuten vergaben Martin Harnik (31.) und Davy Klaassen die bis dahin größten Gelegenheiten. Immerhin machten die Chancen den Gästen Mut, Werder traute sich in der Folge mehr zu - bis der Rückschlag folgte.

Einen erneuten Distanzschuss von Waldschmidt (40.) wehrte Innenverteidiger Niklas Moisander mit dem ausgestreckten Arm ab. Schiedsrichter Bastian Dankert schaute sich die Szene nochmal auf dem Videobildschirm an und entschied anschließend auf Elfmeter, den Waldschmidt souverän verwandelte. "Ich habe das die letzten Wochen viel trainiert", verriet der Offensivakteur im Anschluss.

Erneut Waldschmidt (50.) und Lucas Höler (85.) hätten die Führung noch ausbauen können, scheiterten aber am starken Torhüter Jiri Pavlenka. Kurz vor Schluss traf Höler freistehend den Pfosten (87.).

Das wurde durch die späte Offensive der Bremer bestraft, die Augustinsson zum Ausgleich nutzte. "Das ist natürlich bitter. Wir laufen viermal allein auf den Torwart zu, da müssen wir einen machen, dann ist das Spiel gegessen", sagte Abwehrspieler Christian Günter.

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