Sunderland - Englands Fußball-Nationaltrainer Roy Hodgson steht nach dem bemerkenswerten Debüt von Marcus Rashford vor einer schwierigen Entscheidung über den endgültigen EM-Kader. Beim 2:1-Testsieg gegen Australien erzielte der 18-jährige Mittelstürmer bereits nach 138 Sekunden die Führung. Rashford ist nun der jüngste Spieler in der Geschichte der „Three Lions“, der in seinem ersten Länderspiel getroffen hat.

„Ich bin hocherfreut für Marcus, und ich freue mich sehr, dass er ein solches Lob bekommt“, sagte Hodgson nach der Partie am Freitag in Sunderland: „Was für ein Debüt!“ Englands Shootingstar sorgte zugleich für eine einzigartige Serie, indem er zum dritten Mal bei einem Debüt mit seinem ersten Schuss ins Tor traf. Vor seiner Länderspiel-Torpremiere nach 135 Sekunden gegen Australien hatte Rashford auch für Manchester United in der Europa League beim 5:1 gegen Midtjylland am 25. Februar und in der Premier League beim 3:2 gegen den FC Arsenal am 28. Februar mit seinem ersten Versuch Erfolg gehabt.

Hodgson muss nun noch zwei Spieler aus seinem vorläufigen Aufgebot für die EM streichen. An Rashford kommt Hodgson zumindest nach öffentlicher Meinung nicht mehr vorbei. „Er wird sicher im Eurostar nach Paris sitzen“, schrieb der „Daily Mirror“. Beim Turnier in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli) treffen die Engländer in der Vorrunde auf Russland, Wales und die Slowakei.

Derweil hat der Schweizer Haris Seferovic beim 1:2 gegen Belgien wegen eines verbalen Ausrasters die Rote Karte gesehen. Der Stürmer von Eintracht Frankfurt hatte nach einem Zweikampf einige Flüche auf Italienisch von sich gegeben. Dumm nur: Schiedsrichter Paolo Silvio Mazzoleni ist Italiener und stand direkt daneben. Sefe­rovic droht im Falle einer Zwei-Spiele-Sperre die Zuschauerrolle beim EM-Auftakt der Eidgenossen gegen Albanien. „Das war naiv von ihm“, schimpfte Schweiz-Trainer Vladimir Petkovic.

Titelverteidiger Spanien hat sein erstes Testspiel gewonnen. Gegen Bosnien-Herzegowina setzte sich das Team mit 3:1 (2:1) durch. Duran Nolito (11./18.) und Pedro (90.+5) erzielten die Treffer für den Europameister von 2008 und 2012. Emir Spahic markierte den Anschlusstreffer (29.), anschließend sah der Innenverteidiger vom Hamburger SV in der Nachspielzeit der ersten Hälfte die Rote Karte. Der 35-Jährige griff bei einer Rudelbildung erst César Azpilicueta und dann Cesc Fàbregas ins Gesicht und wurde von Schiedsrichter Stephan Klossner vom Platz gestellt.