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Fußball Werder: 33 Spieltage zwischen Freud und Frust

Bremen - Wenn Werder Bremen an diesem Sonnabend (15.30 Uhr) bei Bayer Leverkusen antritt, geht es für den Fußball-Bundesligisten nur noch um die Platzierung. Hinter Profis, Fans und Trainer Robin Dutt liegt eine Saison mit Höhen und Tiefen und damit genau jene Spielzeit, die Dutt im Vorfeld prognostizierte, als er sagte, dass seine Elf sowohl positive als auch negative Überraschungen erleben werde. Ein Rückblick auf 33 Spieltage zwischen Freud und Leid.

Die Hinrunde

Nach zwei Spieltagen herrscht in Bremen eitel Sonnenschein. Die Siege gegen Braunschweig und Augsburg (jeweils 1:0) bringen eine verloren geglaubte Defensivstärke ans Tageslicht zurück. „Wir müssen sachlich bleiben“, bremst Dutt aufkommende Euphorie – und sollte sich nur kurz später bestätigt fühlen.

Es folgen Niederlagen in Dortmund (0:1), in Mönchengladbach (1:4) und gegen Frankfurt (0:3). Schon schrillen an der Weser die Alarmglocken. Die Fans sind unzufrieden, pfeifen ihr Team teilweise aus. „Wir stehen unten drin“, stellt Aaron Hunt fest.

Eine Woche später der erste Höhepunkt: 2:0 gewinnen die Bremer beim Nord-Rivalen Hamburger SV. Nils Petersen trifft doppelt, die Abwehr steht sicher – schon jetzt zeigt sich, dass Werder für viele Überraschungen gut ist.

In den nächsten Wochen pendelt sich Werder mit drei Remis in Serie sowie einer Niederlage in Wolfsburg und einem Sieg gegen Hannover im Mittelfeld der Liga ein, ehe die schwächste Phase der Hinrunde beginnt. Pleiten auf Schalke (1:3) und gegen Mainz (2:3), ein Remis in Hoffenheim (4:4) sowie das desaströse 0:7 gegen Bayern und das darauffolgende 2:3 in Berlin bedeuten fünf sieglose Spiele mit 20 Gegentoren. „Die individuellen Fehler stellen uns vor große Probleme“, räumt Dutt ein.

Dass der Trainer seine etatmäßige Nummer eins Sebastian Mielitz nach dem Mainz-Spiel aus dem Tor genommen und durch Sebastian Wolf ersetzt hatte, zahlt sich (noch) nicht aus. Das ändert sich mit dem 1:0 gegen Bayer Leverkusen am letzten Hinrundenspieltag – Wolf überragt, Santiago Garcia trifft. Werder setzt ein Signal vor der Pause und schließt die Hinrunde mit 19 Zählern auf Rang elf ab.

Die Rückrunde

2014 startet besorgniserregend: Fünf Partien ohne Sieg, nur drei Zähler, Werder findet nicht zur Form. Gegen Braunschweig (0:0) enttäuscht die harmlose Offensive, gegen Dortmund (1:5) die überforderte Defensive. Zugang Ludovic Obraniak konstatiert: „„Die Probleme sind überall.“ Bremen ist nach Spieltag 22 nur noch drei Zähler von Relegationsrang 16 entfernt.

Den Befreiungsschlag feiert Werder – ausgerechnet – wieder im Nordderby gegen Hamburg (1:0). Die Spieler kämpfen, Zlatko Junuzovic erzielt das Tor. „Die Intensität, mit der Stadt, Verein und Fans das Derby leben, habe ich nirgendwo so erlebt“, sagt Dutt.

Seine Elf wirkt nun gefestigter. Nach vier Zählern gegen Nürnberg (2:0 und Stuttgart (1:1) gibt es zwar zwei Niederlagen (in Freiburg, gegen Wolfsburg), doch es ist das letzte Mal in der Saison, dass Werder zweimal in Serie punktlos bleibt.

Beim 2:1 in Hannover oder 1:1 gegen Schalke weiß Werder zu überzeugen. Spätestens mit dem 3:1 gegen Hoffenheim am 31. Spieltag ist der Klassenerhalt gesichert. Wieder ist es Garcia, der kurz vor Schluss ein wichtiges Tor erzielt und in der Bremer Ostkurve frenetisch gefeiert wird. Auch der Abschied von Aaron Hunt aus dem Weserstadion gelingt. Beim 2:0 gegen Berlin erzielt das Bremer Urgestein beide Tore.

In Leverkusen geht die erste Dutt-Saison nun zu Ende. Der Trainer – und sicherlich auch jeder Fan – wird hoffen, dass die nächste Saison nicht ganz so abwechslungsreich verläuft, wie diese Spielzeit.

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion
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