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NWZonline.de Sport Fußball

Schalke verpasst versöhnlichen Stevens-Abschied gegen VfB

18.05.2019

Gelsenkirchen (dpa) - Schwache Saison, dürftiger Abschluss - Schalke 04 hat zum endgültigen Karriereende von "Jahrhunderttrainer" Huub Stevens die Fans nicht versöhnen können.

Und den knorrigen Niederländer auch nicht: "Ich hoffe, hier nicht mehr zu sein", sagte der 65 Jahre alte Coach verschmitzt nach der enttäuschenden Nullnummer am Samstag gegen den VfB Stuttgart. Und auf die Frage, ab wann er sich denn von seiner schwierigen Rettungsmission erholen wolle, sagte Stevens laut und wie aus der Pistole geschossen: "Gleich! Keine Tagungen, keine Termine. Gleich!" Dann verließ er die Veltins-Arena mit feuchten Augen: "Wie kann ich sonst sagen, dass es Liebe ist."

Der abgestürzte Vorjahres-Vizemeister der Fußball-Bundesliga beendete die enttäuschende Spielzeit auf dem 14. Tabellen-Platz und muss mit dem künftigen Trainer David Wagner in der kommenden Saison einen kompletten Neustart hinlegen. Stevens sagte dem Neuen schonmal jegliche Unterstützung zu. "Er ist ein junger Trainer. Ich glaube, dass er die Unterstützung nötig hat. Nicht nur von einem Alt-Trainer, sondern von allen Leuten hier auf Schalke."

Unterdessen müssen die Schwaben weiter um den Klassenverbleib zittern und verpassten es, mit einem Erfolgserlebnis und frischem Selbstbewusstsein in die entscheidenden Relegationsspiele am kommenden Donnerstag und am 27. Mai gegen den Zeitliga-Dritten - SC Paderborn oder Union Berlin - zu gehen. "Wir sind dankbar und froh, dass wir mit 28 Punkten überhaupt die Chance haben, die Liga zu halten", sagte Christian Gentner. Und Sportvorstand Thomas Hitzlsperger meinte: "Die letzten Wochen machen mich optimistisch. Die Mannschaft hat begriffen, worum es geht."

Emotional ging es nur nach dem Abpfiff vor 61.676 Zuschauern nur bei der Verabschiedung von Stevens, der mit Umsicht und seiner ganzen Erfahrung in den vergangenen Wochen Schlimmeres verhindert hatte. Der Klassenverbleib stand nach dem 0:0 gegen Augsburg nach dem 32. Spieltag fest. Danach war beim Revierclub, der die Saison mit der schlechtesten Heimbilanz (vier Siege, drei Remis, zehn Niederlagen) aller Bundesligisten abschließt, die Luft raus.

"Für das, was diese Saison gespielt haben, waren die Zuschauer noch unheimlich ruhig", bilanzierte Sascha Riether. Der 36-Jährige, der seine Karriere beendete, bekam von Stevens in der Schlussphase noch ein paar Spielminuten geschenkt und wurde als einziger Profi von den Fans in der Nordkurve gefeiert. Auch der Wolfsburger Leihspieler Jeffrey Bruma wurde vor dem Anpfiff offiziell verabschiedet.

Auch die VfB-Profis, die mit dem Kopf wohl schon bei der Relegation waren, brachten eine Woche nach dem 3:0 gegen den VfL Wolfsburg keine Energie mehr auf, mit aller Macht auf Sieg zu spielen. Auch wenn sich in der ersten Hälfte befreit vom großen Druck zunächst eine muntere Partie entwickelte. Die allerdings im zweiten Durchgang immer mehr verflachte.

Die volle Konzentration der Schwaben gilt nun den beiden Endspielen um den Klassenverbleib. Noch am Samstag reiste das Team zurück nach Stuttgart, um ein Regenerationstraining zu absolvieren. Sonntag ist frei. "Ab Montag bereiten wir uns konzentriert vor. Für uns geht es nach einer schwierigen Saison in die Verlängerung", sagte Interimstrainer Nico Willig. Dazu will der VfB die letzten Kraftreserven mobilisieren. Gegen wen, wissen die Stuttgarter erst am Sonntag.

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