AACHEN - AACHEN/DPA - Thomas Dolls Qualitäten als Muntermacher offenbarten sich gleich doppelt. Aus dem „Pflegefall“ Borussia Dortmund machte der Chefcoach im dritten Anlauf endlich einen Kandidaten auf eine weitere Saison in der Fußball-Bundesliga. Und aus lammfrommen BVB-Profis wurden beim 4:1 (1:0)-Erfolg bei Alemannia Aachen heißblütige Kämpfer – ohne Rücksicht auf fremde oder eigene Verluste. Christian Wörns lebte die neue Aggressivität beim einstigen Weltpokalsieger mit dem 1:0-Führungstreffer (14. Minute) und einem spektakulären „Handstreich“ gegen den eigenen Torwart Roman Weidenfeller vor.
In der Harmonie des ersten Dortmunder Auswärts-Dreiers nach sechs Pleiten und des Verlassens der Abstiegsplätze taten die Beteiligten das vor 20 800 Zuschauern im ausverkauften Tivoli-Stadion Geschehene leichthin ab. Man sei eben emotional, aber man liege sich nach einem solchen Erfolg auch in den Armen, sagte Wörns, der eine Berührung in der 78. Minute abstritt: „Ich habe ihn nicht geschlagen.“
Da war nach den Dortmunder Treffern durch Wörns, den Schweizer Torjäger Alexander Frei (54./58.) und den Brasilianer Tinga (62.) bei einem Aachener Gegentor von Vedad Ibisevic (63.) längst alles entschieden. Und Doll konnte nach 167 Tagen Pause seinen ersten Trainer-Erfolg seit dem 2:1 mit dem Hamburger SV in Leverkusen am 22. Oktober 2006 auskosten. Er wollte durchatmen und seinen 41. Geburtstag am Ostermontag genießen.
„Er hat absolut eine gute Antwort gegeben. Diese Reaktion war sehr gut“, lobte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke den Trainer. Und Sportdirektor Michael Zorc atmete tief durch: „Uns stand das Wasser ja nicht nur bis zum Hals, sondern bis zum Scheitel.“
