Oldenburg - Aus sportlicher Sicht fand die Strukturreform der Fußball-Regionalligen große Zustimmung. Fünf statt drei Staffeln sorgen seit Beginn dieser Saison für eine stärkere regionale Prägung. Doch gerade die vielen Derbys benachbarter Rivalen haben bei den Sicherheitsbeauftragten von Clubs und Verband sowie bei der Polizei zunächst Sorgenfalten verursacht. Sie hatten befürchtet, dass Gewalt rund um die Stadien ein Thema werden könnte.
Im Großen und Ganzen zu unrecht, erläutert Eberhard Münch. „Es gab keine großen Auffälligkeiten. Wir sind ganz gut davongekommen“, bilanziert der Sicherheitsbeauftragte des Norddeutschen Fußball-Verbandes. Diese Einschätzung teilt Matthias Mendel von der Landesinformationsstelle Sporteinsätze beim Innenministerium in Hannover. Bei 68 Viertliga-Begegnungen in Niedersachsen seien in der Hinrunde acht Straftaten registriert worden. „Anfangs waren wir skeptisch, doch aus niedersächsischer Sicht ist die neue Liga nicht problematisch“, sagt Mendel.
Kürzlich hatte der Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) für Aufsehen gesorgt (♣NWZ berichtete). Demnach hat die Zahl gewaltbereiter Problem-Fans bundesweit deutlich zugenommen, selbst in den Regionalligen wurden in der Vorsaison 2780 registriert.
Doch auch wenn die Vorrunde in der Nordstaffel glimpflich ablief, haben die Behörden auffällige Stadionbesucher besonders im Blick. Es handelt sich um die Fans der Kategorie B (gewaltbereit) und C (gewaltsuchend). „Das gilt vor allem für die Traditionsvereine, die mal höherklassig gespielt haben“, berichtet Mendel. Dabei stützt sich das Ministerium auf die Einschätzungen der Polizei vor Ort. Beim VfB Oldenburg, dem SV Meppen und dem SV Wilhelmshaven zum Beispiel werden insgesamt etwa 225 Personen einer der beiden Kategorien zugeordnet.
Die Feinplanung der Spieltage in Abstimmung mit den höheren Ligen hat laut Mendel dazu geführt, dass verfeindete Fangruppen möglichst selten aufeinanderprallen. Doch auch bei den direkten Duellen blieb es weitgehend ruhig. „Die Zusammenarbeit mit den Vereinen ist in Ordnung“, sagt Mendel. Sollten sich Probleme abzeichnen, könne daher bereits im Vorfeld eingegriffen werden.
