Torjäger ohne Tor
Auch ohne Torerfolg bleibt der Nürnberger Marek Mintal (21 Tore) an der Spitze der Torjägerliste. Es folgen Delron Buckley (Arminia Bielefeld/15), der an diesem Spieltag ebenfalls torlos blieb und Ailton (13), der ein Tor zum Schalke-Sieg beisteuerte. Die Elf des TagesSchober (Rostock) – Ismael (Bremen), Lucio (München), Borges (Bielefeld) – Schweinsteiger (München), Kluge (Mönchengladbach), Meißner (Stuttgart) – Lincoln (Schalke) – Kaufman (Hannover), Hanke (Schalke), Smolarek (Dortmund).Der 28. SpieltagSonnabend, 9. April: Berlin - Freiburg, Leverkusen - Dortmund, Bochum - Hannover, München - M’gladbach, Mainz - Wolfsburg, Stuttgart - Schalke, Hamburg - Werder (alle 15.30 Uhr).Sonntag, 10. April: Bielefeld - Kaiserslautern, Nürnberg - Rostock (beide 17.30 Uhr).
von Rainer Kalb
Spieler tun Niederlagen oft achselzuckend ab, wie bei den anschließenden Interviews ihre Satzeröffnung „Na gut“ beweist. An Trainern aber nagen sie. Leverkusens Coach Klaus Augenthaler wird dann immer grantig, sarkastisch gar. Sein Ausspruch, mit einer Leistung wie in Bielefeld spiele Bayer nur international, falls der Club zu einem Turnier nach Gran Canaria eingeladen werde, hatte jedenfalls mehr Unterhaltungswert als das, was die Bayer-Profis 90 Minuten auf der Alm abgeliefert hatten.So feinsinnig geht Kurt Jara schon längst nicht mehr zu Werke. Aus seinen Worten spricht kein Wiener Schmäh mehr, sondern nur noch Frust und Säuernis. Verständlich, wenn ein Führungsspieler vom Uefa-Cup schwafelt und dann gegen Hannover verloren wird. Unverständlich, wenn nach neun Heimspielen ohne Niederlage bei der ersten Pleite die Fans wieder „Jara raus“ brüllen. Verständlich, dass dieser Jara sich dann fragt, ob er seinen Vertrag überhaupt verlängern soll. Trainerfrust.
Ohnmächtig muss Erik Gerets in Wolfsburg mit ansehen, wie der einstige Tabellenführer nach unten durchgereicht wird und zerfällt.Die Fans haben derzeit mehr Fantasie und Energie als die Spieler. Ein meterlanges Spruchband zu pinseln mit der Aufschrift: „Wenn wir so arbeiten würden, wie ihr Fußball spielt, bauen wir bei VW bald nur noch Fahrräder“, zeugt von Engagement und Witz.
Thomas Doll ist frustriert über seinen Sergej Barbarez und die unbeherrschte Tätlichkeit, die den Bosnier mit sieben Roten Karten auf den zweiten Rüpel-Platz der Bundesliga-Geschichte hievte.
Richtig zufrieden ist derzeit eigentlich nur einer: Volker Finke. Aber der will schließlich nicht unbedingt gewinnen, sondern vor allem bei den Fans Kredit zurückgewinnen. Aus der Tretmühle Bundesliga, diesem Frustbringer, haben sich der SC Freiburg und sein Trainer innerlich schon verabschiedet.
