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NWZonline.de Sport Fußball

Afghanistan feiert VfB-Torwart Faqiryar

13.09.2013

Kabul /Oldenburg Kurz vor dem Abflug aus Kabul hatte Mansur Faqiryar am Donnerstag erstmals die Ruhe, um in sich zu gehen. Frenetisch wurde der Torwart des Fußball-Regionalligisten VfB Oldenburg in den Stunden zuvor von den Fans bei einem Autokorso in der afghanischen Hauptstadt gefeiert – denn der 27-Jährige ist zum neuen Nationalhelden aufgestiegen.

Faqiryar war der Garant beim ersten internationalen Titelgewinn für Afghanistan. In Kathmandu/Nepal sicherte er seinem Team mit zahlreichen Paraden – unter anderem zwei parierten Elfmetern – den Triumph bei der Südasienmeisterschaft, mit dem sich Afghanistan für den AFC Challenge Cup 2014 auf den Malediven qualifizierte. Dessen Sieger löst dann das Ticket zur Asienmeisterschaft 2015 in Australien (ist Mitglied des asiatischen Fußballverbandes). Im Endspiel hielt er beim 2:0 über Indien seinen Kasten sauber.

Bislang zwölf Länderspiele für Afghanistan

Mansur Faqiryar wurde am 3. Januar 1986 in Kabul geboren. Er war noch kein Jahr alt, als seine Eltern mit ihm Afghanistan verließen und in Deutschland heimisch wurden. 2009 kam er vom FC Oberneuland zum VfB. Faqiryar bestritt bislang zwölf Spiele für die neu formierte afghanische Nationalelf. BILD: meyer

„Es war fantastisch“, sagte Faqiryar über die Feier bei der Rückkehr nach Afghanistan: „Ich muss das erst einmal verarbeiten.“ An diesem Freitag wird er wieder zurück bei seinem Team in Oldenburg erwartet – mit im Gepäck den größten Erfolg seiner Karriere.

„Ich habe mir Videos von den Siegesfeiern angeschaut. Was dieser Erfolg für die Menschen in Afghanistan bedeutet und welche Hoffnungen er weckt, lässt sich kaum in Worte fassen“, meinte VfB-Coach Alexander Nouri.

„Auf diesen Erfolg kann er sehr stolz sein – das bringt ihn nicht nur als Sportler, sondern auch als Mensch und Persönlichkeit weiter“, erklärte Nouri, der am Donnerstag noch nicht wusste, ob sein Stammkeeper im Derby an diesem Freitag (19.30 Uhr, Stadion an der Friesoyther Straße) beim BV Cloppenburg mitwirken kann. „Vielleicht strotzt er ja total euphorisch vor Tatendrang – natürlich haben wir die Hoffnung, dass er durch diesen Erfolg noch stärker zu uns zurückkehrt.“

„Er ist ein Supermann“, rief der Kommentator des privaten Senders Tolo bei der Live-Übertragung des Endspiels über den Oldenburger ins Mikrofon. Ein 21-jähriger Fan namens Fasl Ahmad meinte: „Faqiryar ist unser Nationalheld. Er war der Hauptgrund für unseren Sieg. Aber es ist nicht nur ein Sieg für das afghanische Team, sondern für ganz Afghanistan.“

Ebenfalls gefeiert wurde der Finaltorschütze zum 1:0, Mustafa Azadzoy. Er wechselte im Sommer vom VfB zum Oberligisten TB Uphusen. Mit diesem gastiert er am Sonntag (15 Uhr, Stadion Alexander-straße) beim VfL Oldenburg.

Bei den Siegesfeiern saßen bis zu 20 Menschen auf den Dächern der Autos, in denen die Spieler durch Kabul gefahren wurden. Zu Zehntausenden säumten sie die Straßenränder. „Dieser unglaubliche Jubel. Es war sehr beeindruckend“, sagte Faqiryar.

Jan-Karsten zur Brügge
Redakteur
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2034

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