ALBUFEIRA - Die 34-Jährige hat die dramatischen Ereignisse mittlerweile verarbeitet. Nun startet sie auf dem Platz wieder voll durch.
Von Ulli Brünger
ALBUFEIRA - Die dramatischen Geschehnisse um ihren jüngeren Bruder haben das Leben von Steffi Jones verändert, doch ihre positive Ausstrahlung ist geblieben. „Das war ein Schock. Aber inzwischen habe ich es verarbeitet“, sagt die deutsche Fußball-Nationalspielerin beim Algarve-Cup in Portugal. Für die 34- Jährige haben sich die Prioritäten verschoben, seitdem ihr Bruder Frank als US-Soldat im Irak-Krieg beide Beine verlor: „Ich habe eine andere Denkweise bekommen und gelernt, dass es wichtigere Dinge als Fußball gibt.“Im August 2006 war ihr seit einem Jahr in Deutschland stationierter Bruder Frank in den Irak abkommandiert worden. Am 21. November, drei Tage nach seinem 22. Geburtstag, geriet Frank mit einem US-Konvoi in einen Hinterhalt. Granaten zerschmetterten seine beiden Beine, die ihm in einer Not-Operation amputiert werden mussten. „Er hatte einfach Pech, weil er als Fahrer im ersten Auto saß. Außer ihm ist niemand ernsthaft verletzt worden“, berichtete Jones.
Frank wurde zum Stützpunkt nach Lahnstein ausgeflogen, wo ihn Steffi Jones mit ihrer Mutter im Militär-Krankenhaus besuchte. „Das erste Treffen war das schwierigste, weil ich nicht wusste, wie ich mich verhalten sollte“, gesteht Jones. „Aber er war unglaublich tapfer. Dafür bewundere ich ihn.“
Die 108-malige Nationalspielerin, die zuletzt mit zahlreichen Blessuren kämpfte, ist inzwischen in die „Normalität“ zurückgekehrt. Sie hat wieder große Ziele. Mit ihrem Club 1. FFC Frankfurt strebt sie das „Double“ an. Nach der WM in China im September will sie dann von der internationalen Bühne abtreten. Am liebsten natürlich mit dem Titel. „Das wäre ein würdiger Abschluss.“
