Stuttgart - Aufsichtsrat Hansi Müller (57) hat in einer Fernsehtalkrunde die Verpflichtung von Alexander Zorniger als künftiger Trainer des abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart bestätigt. „Alexander Zorniger wird ab kommender Saison den VfB trainieren“, verriet der frühere Nationalspieler beim österreichischen Sender Servus-TV. Selbst ein Sturz in die 2. Liga soll laut Müller kein Ausschlusskriterium sein.
Auch „aus Respekt gegenüber Huub Stevens und auch aufgrund der prekären Lage, die wir gerade haben“, werde das Thema aber beim VfB „vorerst beiseitegelegt“. Auf die Frage, ob Zorniger die Schwaben auch im Abstiegsfall trainieren werde, sagte Müller: „Kann ich mir vorstellen.“
Der VfB Stuttgart hat auf das Vorpreschen Müllers reagiert und die Verpflichtung von Alexander Zorniger für die kommende Saison dementiert. „Der VfB Stuttgart hat mit keinem Trainer einen Vertrag über die laufende Saison hinaus geschlossen. Nach wie vor werden sämtliche Aktivitäten dem Ziel Klassenerhalt untergeordnet, und dieser Weg wird nicht verlassen“, teilte das Schlusslicht der Fußball-Bundesliga am Dienstag mit.
Der VfB hat in den vergangenen Wochen immer wieder betont, das Trainer-Thema nicht zu kommentieren. „Aufsichtsrat und Vorstand des VfB Stuttgart haben einvernehmlich beschlossen, in der schwierigen sportlichen Situation des Vereins geschlossen nach außen aufzutreten“, ließ sich der Aufsichtsratsvorsitzende Joachim Schmidt in der Mitteilung vom Mittwoch zitieren. „Insofern sind solche Spekulationen kontraproduktiv und entsprechen nicht unserem Selbstverständnis.“
Schon seit Anfang März wird über den früheren Leipziger Zorniger als kommenden VfB-Coach spekuliert. Der aktuelle Trainer Huub Stevens hat beim abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten nur einen Vertrag bis zum Saisonende. „Huub und ich haben ein enges Vertrauensverhältnis und ich bin sehr froh, dass auch er sich von äußeren Einflüssen nicht aus dem Konzept bringen lässt“, sagte Sportvorstand Robin Dutt.
Zuletzt hatten die Stuttgarter Nachrichten bereits über eine Einigung berichtet. Demnach habe sich der VfB mit dem gebürtigen Württemberger Zorniger auf eine Zusammenarbeit bis 2018 verständigt, die auch für die 2. Liga gelte. Der fünfmalige deutsche Meister hatte eine Stellungnahme abgelehnt, Zorniger die Meldung dementiert.
Zorniger, der unter Markus Babbel Co-Trainer beim VfB (Juli bis Dezember 2009) und zuletzt Chefcoach beim Zweitligisten RB Leipzig (2012 bis 2015) war, soll den Um- und Neuaufbau der Stuttgarter mitgestalten. Der 47-Jährige hatte seinen Spind bei RB am 11. Februar räumen müssen, nachdem der sportliche Erfolg über längere Zeit ausgeblieben war.
