ALKMAAR - ALKMAAR - Der größte Sieg liegt Jahrhunderte zurück. Anno 1573 widerstand Alkmaar als erste Stadt der spanischen Belagerung. Seither existiert in den Niederlanden das geflügelte Wort: „In Alkmaar begann der Sieg.“
Heutzutage geht es beschaulicher zu im Städtchen nördlich von Amsterdam, zwischen Markermeer und Nordsee gelegen. Grachten durchziehen das Zentrum mit seinen pittoresken Backsteinbauten, sonnabends wird der Käse über den größten Käsemarkt der Niederlande gerollt. Und vor der 2006 eröffneten DSB-Arena zu Alkmaar sind mehr Fahrradständer als Autoparkplätze zu finden.
An diesem Donnerstag (20.45 Uhr/Sat 1) muss Werder Bremen dort zum Viertelfinal-Hinspiel des Uefa-Pokals antreten. Und trifft auf ein Team, das man gelegentlich auch das „Werder der Niederlande“ nennt. Weil sich auch AZ wie die Bremer anschickt, die Phalanx der Großen zu durchbrechen. Derzeit steht die Mannschaft von Louis van Gaal hinter dem PSV Eindhoven und Ajax Amsterdam auf Platz drei der Ehrendivision.
Der Vergleich mit Werder passt auch deshalb, weil AZ einen ähnlich offensiv ausgerichteten, attraktiven Fußball spielt. Van Gaal, dessen Image in Holland arg gelitten hatte, als er 2002 als „Bondscoach“ die Qualifikation zur WM in Japan und Südkorea verpasste, ist gerade dabei, seinen Ruf als Coach des AZ Alkmaar aufzupolieren. Kürzlich hat er seinen Vertrag bis 2010 verlängert. Der Mann hat Visionen, er will Ähnliches mit Alkmaar vollbringen, was ihm 1995 mit Ajax gelang – der Gewinn der Champions-Liga.
Der AZ Alkmaar ist 1967 aus einer Fusion der Vereine Alkmaar 54 und dem FC Zaanstreek hervorgegangen. 1981 holte AZ das Double aus Meisterschaft und Pokal. 1988 musste der Club absteigen, 1996 gelang der Wiederaufstieg. Erst unter Co Adriaanse Anfang des neuen Jahrtausends spielte der Club auch in der ersten Liga wieder oben mit und schaffte es bis ins Halbfinale des Uefa-Cups. Jener Adriaanse übrigens, der Werder-Spielmacher Diego später beim FC Porto auf die Ersatzbank und sogar auf die Tribüne verbannen sollte.
Van Gaal hat die jüngste Erfolgsgeschichte des AZ fortgesetzt, der Fenerbahce Istanbul und Newcastle United ausgeschaltet hat. Er hat Kew Jaliens, Tim de Cler und Stürmer Danny Koevermans in die „Elftal“ gebracht. Und am Donnerstag will er mit einem Sieg gegen Werder den Grundstein legen, um sein Team mindestens ins Halbfinale des Uefa-Pokals zu führen.
