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NWZonline.de Sport Fußball

Schiedsrichterstreik Im Nordwesten: Am Sonntag bleibt die Pfeife stumm

11.03.2017

Oldenburg Dem Fußball-Bezirk Weser-Ems steht ein eigenartiges Wochenende bevor. Obwohl zahlreiche Schiedsrichter nach Anfeindungen und aus Solidarität mit den betroffenen Unparteiischen am Sonntag streiken, sollen alle Partien in der Landesliga sowie in den Bezirksligen stattfinden.

Der Fußball-Bezirk Weser-Ems im Niedersächsischen Fußball-Verband (NFV) hat den Entschluss der Referees initiiert, belässt es aber trotzdem bei den Ansetzungen. Laut Regelwerk müsse vor Ort in Absprache zwischen den Vereinen jeweils ein Unparteiischer gefunden werden. Fraglich ist allerdings, ob sich dazu jemand bereit erklärt.

Schiedsrichter seien immer häufiger Opfer von verbaler Gewalt, sagt Dieter Ohls aus Schortens (Landkreis Friesland), Vorsitzender des Fußball-Bezirks Weser-Ems: „Das führt dazu, dass vor allem junge Schiedsrichter nach kurzer Zeit ihrer Tätigkeit nicht mehr bereit sind, ihrem ehrenamtlichen Engagement nachzugehen und aufhören.“ Der Fußball-Bezirk wolle nun ein Zeichen setzen und am Sonntag keine Schiedsrichter zu den Spielen in den fünf betroffenen Bezirksligen sowie zu den Landesliga-Duellen schicken.

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Übler Vorfall in Firrel

Auslöser des Streiks ist ein Vorfall im Landkreis Leer. Nach dem Bezirksligaspiel GW Firrel - TuRa Westrhauderfehn im September 2016 war Schiedsrichter Benedikt Schröder (TuS Ekern/Landkreis Ammerland) von einem Zuschauer beleidigt worden („Solche wie euch sollte man vergasen“). Schröder vermerkte dies in seinem Bericht, GW Firrel wurde anschließend vom Bezirkssportgericht zu einer Geldstrafe von 400 Euro verurteilt. Der Verein ging in Berufung, und das darüber angesiedelte Verbandssportgericht nahm die Strafe zurück. Zur Begründung hieß es, die Aussage sei beleidigend, nicht aber diskriminierend gewesen. Und für beleidigende Äußerungen könne der Heimverein nicht verantwortlich gemacht werden.

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Der Fußball-Bezirk Weser-Ems wollte dies mit Blick auf seine Verantwortung für die Schiedsrichter nicht hinnehmen und zog vor das Oberste Verbandssportgericht. Dies bestätigte die Straffreiheit für Firrel. Zwar sei die Aussage sehr wohl eine Diskriminierung. Der Verein sei seiner Sorgfaltspflicht aber nachgekommen und habe die verbale Entgleisung schlicht nicht verhindern können.

Dass die Beleidigung gegen Schröder nun ohne Folgen bleibt, brachte die ohnehin oft beschimpften und bedrohten Schiedsrichter in Rage und führte zur Entscheidung des Fußball-Bezirks, an diesem Sonntag keine Unparteiischen zu den Spielen zu schicken. Bei den Vereinen stößt das auf Verständnis. „Es ist besser, früh ein Zeichen zu setzen, bevor wir hier Verhältnisse wie auf den Fußballplätzen in Berlin bekommen“, sagt Raphael Opilski, Trainer des Bezirksligisten SV Thüle (Landkreis Cloppenburg). Die für Sonntag geplante Partie der Thüler beim BV Essen wurde indes wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt.

Auch Kreisligen betroffen

Dass der Fußball-Bezirk die Spiele nicht einfach absagt, liegt laut Ohls am Regelwerk. So sei das Fehlen eines vom Verband entsendeten Schiedsrichters kein Grund, die Partie ausfallen zu lassen. „Gemäß der Spielordnung haben die Spiele trotzdem stattzufinden“, sagt Ohls. Die Teams müssten sich auf eine Person einigen, die das Spiel leitet. Gelingt dies nicht, muss das Spiel ausfallen. Ob dies eine Strafe für den Heimverein nach sich zieht, ist offen.

Vermutlich hat der Streik auch Auswirkungen auf die Kreisligen. So wollen viele Unparteiische ihre Solidarität mit ihren Kollegen aus der Landesliga und den Bezirksligen demonstrieren und den Partien fernbleiben. Auch dann wäre es an den Vereinen, kurzfristig vor Ort Ersatz zu beschaffen. Die Partien im Frauen- und Jugendbereich sowie die Spiele auf Bezirksebene am Samstag sind von dem Streik nicht betroffen.

Hauke Richters Leitung / Sportredaktion
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