Bremen/Oldenburg - Die Spannung an der Weser steigt: In den vergangenen Tagen hat Trainer Thomas Schaaf die wartenden Journalisten nach dem Training des abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten stets wortlos stehen lassen. An diesem Donnerstag um 12.30 Uhr will der Trainer von Werder Bremen allerdings reden und zur prekären Situation Stellung nehmen.

Die Abschluss-Pressekonferenz vor dem schweren Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen an diesem Sonnabend (15.30 Uhr) könnte die letzte des 51-jährigen Fußballlehrers nach fast 14 Jahren in der Funktion als Werder-Trainer sein. Die Ausgangslage ist klar: Zeigen die Bremer beim Tabellendritten erneut eine so lustlose und uninspirierte Leistung wie zuletzt beim 0:3 gegen Wolfsburg, sind die Tage von Schaaf wohl gezählt. Hinter den Kulissen soll gar schon über mögliche Nachfolger spekuliert werden .

Die Vorzeichen für Werder stehen mehr als ungünstig. Gegen keinen anderen aktuellen Bundesligisten warten die Bremer so lange auf einen Sieg wie gegen Bayer. In den vergangenen neun Liga-Duellen holten sie keinen Dreier mehr. Immerhin: sechsmal teilten sich die Mannschaften die Punkte.

Nach 30 Spieltagen einer Saison wies Werder noch nie eine so schlechte Bilanz auf. Der Tabellen-14. sammelte bislang 32 Punkte und verfügt über eine Differenz von minus 14 Toren – 56 Gegentreffer bedeuten gemeinsam mit 1899 Hoffenheim den schlechtesten Wert der Liga.

Nun stehen der löchrigen Bremer Abwehr auch noch Leverkusens Torjäger Stefan Kießling und André Schürrle gegenüber. Das Duo präsentiert sich in bestechender Form. Die beiden schossen in den vergangenen vier Spielen zusammen zehn der zwölf Leverkusener Tore (jeweils fünf).

Werder liegt Kießling allerdings überhaupt nicht. Gegen die Bremer ist er seit acht Spielen torlos. Zuletzt traf der Stürmer vor über fünf Jahren gegen die Hanseaten – am 15. Dezember 2007 bei einer 2:5-Niederlage mit der Werkself im Weserstadion.

Statistiken waren Trainer Thomas Schaaf stets egal. So wird es auch an diesem Donnerstag sicherlich wieder sein. Dennoch darf man auf seinen Auftritt gespannt sein.