Chemnitz - Kneifen muss man Detlef Müller nicht mehr, doch so richtig kann der Präsident des BV Chemnitz sein Glück immer noch nicht fassen. Mit einer anonymen Spende von insgesamt rund einer Million Euro wird ein Unternehmer zehn Jahre lang die Nachwuchsarbeit des Basketball-Zweitligisten fördern. Allerdings stellt er dafür ein paar Bedingungen. Eine davon ist, dass sein Name nicht an die Öffentlichkeit kommt.
„Das ist ein großartiges Gefühl. So etwas passiert nur einmal im Leben, dass man von so einer Spende profitiert“, sagt Müller. Bis zum Jahr 2023 will der geheimnisvolle Wohltäter drei hauptamtliche Nachwuchstrainer finanzieren; das ergibt eine Investition im siebenstelligen Bereich.
„Der Sponsor ist selbst ein ehemaliger Sportler und kommt aus der Region. Mittlerweile führt er ein deutschlandweit tätiges Unternehmen“, verrät Müller: „Er hat keine weiteren Mitspracherechte oder Posten im Verein gefordert.“ Zu ersten Kontakten sei es während der Spiele des Clubs gekommen, danach folgten weitere Gespräche.
Ziel sei laut Müller, zukünftig mehr eigene Spieler für die erste Mannschaft auszubilden. Derzeit haben vier Spieler aus der ersten Mannschaft die eigenen Jugendteams durchlaufen, allerdings sind sie noch keine Leistungsträger.
Insgesamt spielen 140 Kinder und Jugendliche in den Nachwuchsmannschaften des Clubs, die U 16 und die U 19 gehen in der jeweils höchsten deutschen Spielklasse an den Start. Die Zweitliga-Mannschaft der Chemnitzer schloss die Punktrunde als Zehnter ab (Meister wurde Rasta Vechta) und verpasste damit die derzeit noch laufenden Playoffs.
Mit dem unverhofften Geldsegen und einem nachhaltigen Ansatz will die sportliche Nummer zwei der Stadt – nur Fußball-Drittligist Chemnitzer FC lockt mehr Zuschauer an – ihre Leistungsträger jetzt langfristig selbst ausbilden. In einer eigens gegründeten Akademie sollen die Jugendlichen unter anderem schulische, soziale und medizinische Betreuung bekommen, dazu gehört Hilfe bei der Suche nach Ausbildungs- oder Studienplätzen. Auch die Zusammenarbeit mit den Schulen im Umkreis soll verstärkt werden.
