Ingolstadt/Braunschweig - „Die schönste Zeit“, über die der Braunschweiger Musiker und Fußball-Fan Bosse rückblickend singt, beginnt für viele Eintracht-Anhänger erst jetzt. Sie können sich auf Bayern München, den BVB und den Erzrivalen Hannover 96 freuen. Der deutsche Meister von 1967 gewann am Freitagabend beim FC Ingolstadt mit 1:0 und machte damit den Aufstieg perfekt.

Nach einer gefühlten Ewigkeit von fast drei Jahrzehnten kehrt das Gründungsmitglied der Bundesliga in das deutsche Fußball-Oberhaus zurück. Das erlösende Tor für die Niedersachsen erzielte Damir Vrancic mit einem Freistoß in der Nachspielzeit (90.+2).

„Das grenzt fast an ein Weltwunder“, bewertete Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht den umjubelten Aufstieg, den vor der Saison kaum ein Experte für möglich gehalten hatte: „Heute ist ein Riesentraum für uns und ganz Braunschweig in Erfüllung gegangen. Es ist ein unglaublicher Tag.“

Das A-Wort hatte der Erfolgscoach bis zum 1:0 am Freitagabend beim FC Ingolstadt nicht in den Mund genommen. Doch als das „Fast-Weltwunder“ geschehen war, brachen bei ihm wie bei seiner Mannschaft alle Dämme. Sogar die Moderatoren des TV-Bezahlsenders Sky waren vor den Sektduschen der Spieler nicht mehr sicher.

Nach dem Schlusspfiff standen dem 39-jährigen Lieberknecht Tränen in den Augen: „Das ist ein unbeschreibliches Gefühl. Und es werden nicht die letzten Tränen sein.“ Torjäger Domi Kumbela schrie in das Mikrofon: „28 Jahre sind genug. Wir sind wieder zurück!“

Der Kader, der nun die Bundesliga-Rückkehr perfekt machte, spielte fast exakt in der selben Zusammensetzung vor zwei Jahren noch in der Dritten Liga. In Braunschweig, Hannover und Wolfsburg sind demnächst erstmals drei Clubs aus Niedersachsen in der Bundesliga vertreten.

Besiegelt ist indes der Abstieg von Jahn Regensburg. Das Schlusslicht verlor 0:1 (0:0) bei Union Berlin. Auch der SV Sandhausen steht nach dem 0:1 (0:1) daheim gegen den VfL Bochum vor dem Wiederabstieg.