AUGSBURG - Trotz der weiter schwelenden Affäre um Manfred Amerell hat die Europäische Fußball-Union (Uefa) Schiedsrichter Michael Kempter Einsätze auf internationaler Ebene in Aussicht gestellt. „Sobald er in Deutschland wieder in der Bundesliga pfeift, wird er von uns auch in den europäischen Clubwettbewerben eingesetzt. Wir haben gehört, dass er ein gutes Comeback in der Dritten Liga gegeben hat. Wir wissen, dass er ein sehr guter, junger Referee ist“, sagte Uefa-Schiedsrichter-Chef Yvan Cornu.

Auch der sechsmalige Weltschiedsrichter Pierluigi Collina, der bei der Uefa ab der kommenden Saison als Vorsitzender der neu gegründeten Task-Force für die Beobachtung und Ansetzung der Schiedsrichter zuständig ist, sieht der Premiere von Kempter als Fifa-Referee positiv entgegen. „Warum sollte er nicht eingesetzt werden? Er gehört zu dem Pool der Fifa-Schiedsrichter, also wird er in Zukunft auch eingesetzt“, sagte der Italiener. Kempter ist seit Dezember 2009 im Kader der Fifa-Unparteiischen.

Der 27-jährige Kempter hatte am Sonnabend rund zwei Monate nach Bekanntwerden der Affäre Amerell sein Comeback auf dem Fußballplatz gefeiert und beim 1:1 im Drittligaspiel zwischen dem SV Sandhausen und Holstein Kiel (1:1) eine sehr souveräne Leistung geboten.

Noch nicht abgeschlossen ist für den Unparteiischen die Affäre Amerell. Der ehemalige Schiedsrichter-Beobachter hat Kempter und drei weitere namentlich nicht bekannte Unparteiische wegen falscher eidesstattlicher Aussage und Verleumdung angezeigt. Hier hat die Staatsanwaltschaft Augsburg jetzt die Ermittlungen übernommen.

Diese Behörde ermittelt aber auch gegen Amerell, nachdem er von Kempter und den drei anderen Schiedsrichtern der sexuellen Nötigung bezichtigt wurde.