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NWZonline.de Sport Fußball

Feuerwerk Der Turnkunst: Aus dem gekippten Leben zurück in die stabile Lage

30.12.2013

Oldenburg Wenn der Rollstuhl kippt, gerät eher das Gemüt der Zuschauer beim „Feuerwerk der Turnkunst“ ins Kippen als das von Christian Groth. Der 30-Jährige dreht sein Sitz- und Fahrzeug aus der Rückenlage in eine ebenso instabile Vorwärtslage und dann souverän in den aufrechten Normalstand. Seine Partnerin Michelle Dziony bedeutet mit ihrer Körpersprache. Alles im Griff!

Umgekippt war das Leben von Christian Groth nach einem Motorrad-Unfall im Jahr 2007. Eine Querschnittslähmung zwang den aktiven Handballer, Fußballer und Turner in den Rollstuhl. Doch längst hat der gelernte Elek­tromechaniker sich aufgerichtet. Stützen hat er bei seinem Arbeitgeber in Isernhagen-Altwarmbüchen gefunden, der ihm den Arbeitsplatz erhielt. Und natürlich beim Leistungssport.

„Michi und Chris“ bilden das erste Rollstuhl-Partnerakrobatik-Duo in Deutschland. Michelle ist dabei die so genannte „Fußgängerin“, die Frau ohne Behinderung. Die 21-jährige Studentin hat in der Zweiten Bundesliga geturnt und gehört seit sechs Jahren dem Showteam des Niedersächsischen Turner-Bundes (NTB) an.

Sie ist rein mechanisch der ausgleiche Teil des Duos. „Das Gleichgewicht zu halten, ist schwer“, sagt Groth: „Denn meine Bauchmuskeln lassen sich nicht mehr voll entwickeln.“ Aber aus den Armen heraus stemmt er viel.

Den Plan, eigens für das Feuerwerk eine Kür zu entwickeln, verfolgen Michi und Chris seit einem halben Jahr zielgerichtet. „Wir haben immer probiert, die Grenzen weiter hinaus zu schieben“, sagt Michelle Dziony. „Blaue Flecken sind dabei nicht ausgeblieben“, fügt Groth an.

Wenn die Psychologie den Begriff der „Kippfigur“ kennt, also des Menschen, der in Gefühlen, Haltung und Wahrnehmung spontan umkippen kann, dann verkörpert Groth die standfeste Gegenfigur. Er beherrscht äußerlich die Wendungen des Rollstuhls virtuos – und er baut innerlich ein Leben mit positiven Perspektiven auf. „Ich denke schon, dass wir mit solchen Auftritten Anregungen und auch ein Vorbild geben können“, sagt er.

Auch die Partnerin hat ihren Blickwinkel erweitert. Sie registriert fast erschreckt, „wie wenig behindertengerecht gestaltet die Umwelt ist, da gibt es viel zu tun“.

Das Finale des Duos bleibt bei den 6000 ebenso begeisterten wie ergriffenen Zuschauern intensiv haften. Groth gleitet aus dem Rollstuhl, liegt dabei neben seiner Partnerin auf dem Hallenboden. Es stellt dar, sagt Groth, „dass wir als Menschen absolut gleichwertig sind“.


Mehr Bilder der Show unter   www.nwzonline.de/fotos-sport 
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