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Asien-Cup: Konflikt überträgt sich auf Rasen

01.02.2019

Abu Dhabi Finale oder Heimflug, Duell gegen Japan oder Niederlage am grünen Tisch? Katars Überraschungs-Kicker müssen um ihren großen Auftritt an diesem Freitag (15 Uhr) im Endspiel um den Asien-Cup gegen Japan zittern. Nach der 0:4-Pleite im Halbfinale zerrte Gastgeber Vereinigte Arabische Emirate den verhassten Bezwinger mit plötzlich herbei gezauberten Dokumenten an den grünen Tisch.

Der Vorwurf: Katar habe im Turnier zwei nicht spielberechtigte Akteure eingesetzt, Toptorjäger Almoez Ali (22) und Verteidiger Bassam Al-Rawi (21). So sollen die erst nach der Niederlage vorgelegten Papiere belegen, dass Al-Rawis Mutter in Bagdad zur Welt kam. In einem solchen Fall müsste gemäß den Statuten des Weltverbandes Fifa ein Spieler ab der Vollendung des 18. Lebensjahres zunächst mindestens fünf Jahre durchgängig in dem Land wohnen, für das er spielen will.

Der im Sudan geborene Ali, mit acht Treffern Toptorjäger des Turniers, und der aus dem Irak stammende Al-Rawi behaupten dagegen, ihre Mütter seien in Katar geboren. Damit würden sie laut Fifa-Artikel 7d bezüglich der Spielberechtigung keinen Beschränkungen unterliegen. Diese besagen, ein Spieler ist für sein neues Land einsatzberechtigt, wenn er selbst, ein Elternteil oder ein Großelternteil dort geboren wurde.

Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten und dem Protest stattgegeben werden, könnte Katar vom Finale ausgeschlossen werden. Dann würden die VAE nachrücken und gegen Japan antreten. Für den Gastgeber wäre eine Sperre für Katar somit eine doppelte Genugtuung.

Bereits die Teilnahme des Nachbarn ist den Emiraten ein Dorn im Auge. Weil Katar den islamistischen Terror unterstütze, hatten im Juni 2017 vier arabische Staaten die diplomatischen Beziehungen gekappt. Der seitdem schwelende Konflikt mit Saudi-Arabien, Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten hat Katar nicht nur in der Politik und Wirtschaft, sondern auch im Sport isoliert.

Im Halbfinale am Dienstag war im Stadion in Abu Dhabi die Volksseele übergekocht. Die Stimmung auf den Rängen war derart aufgeheizt, dass der Schiedsrichter die Partie mehrmals unterbrach.

Als Katar-Fans schon munter den Triumph gegen die Emirate und den Finaleinzug feierten, wurden sie mit Schuhen und Flaschen beworfen. Ein Akt absoluter Geringschätzung. Wenn in der arabischen Welt Schuhe fliegen, gilt das als Ausdruck größtmöglicher Verachtung.

Katars Nationaltrainer Felix Sanchez gibt sich indes äußerlich unbeeindruckt, der Protest des Gastgebers lässt ihn kalt. „Ich mache mir darüber keine Sorgen“, sagte der Spanier, „alle Spieler trainieren mit. Wir sind isoliert und schauen nicht nach draußen.“

Auch beim Finalgegner Japan mit Werder-Bremen-Profi Yuya Osako herrschte Gelassenheit. Kapitän Maya Yoshida vom FC Southampton meinte: „Wir können uns nur auf uns selbst fokussieren.“ Yoshida warnte aber: „Wenn so ein Turnier weltweit übertragen wird, sollten so dumme Dinge nicht passieren. Wir repräsentieren hier schließlich den Kontinent.“

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