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Achtelfinale: De Bruyne übernimmt Führungsrolle

02.07.2018

Rostow Am Don /Dedowsk Gleich in der ersten Trainingseinheit in Russland wollte Kevin de Bruyne ein Zeichen setzen. Also sprintete er zur Außenlinie, mähte mit einem völlig übertriebenen Foul seinen Teamkollegen Adnan Januzaj um und spielte danach weiter, als wäre nichts gewesen. Eigentlich müsste ein Trainer stinksauer sein, wenn ein Führungsspieler die Gesundheit eines Kollegen aufs Spiel setzt. Belgiens Trainer Roberto Martínez aber sagte: „Man kann die hohe Intensität in unserem Training sehen.“ Es untermauerte, dass de Bruyne nicht nur auf dem Feld führen will, sondern auch in der Gruppe.

Der frühere Profi von Werder Bremen und des VfL Wolfsburg und Martínez – das ist ein ständiges Geben und Nehmen. Mit taktischen Änderungen hat der Spanier seinem Schützling eine Ausnahmerolle zugeschanzt. 2016 spielte er noch im 4-2-3-1-System als Zehner mit doppelter Absicherung, im jetzt gespielten 3-4-3 spielt er selbst defensiver.

Aus dieser zentralen Rolle heraus soll der 27-Jährige auch das Achtelfinale gegen Japan an diesem Montag (20 Uhr/ZDF) in Rostow am Don prägen. Belgien will wie 2014 und 2016 in die Runde der letzten Acht – und mit dem enormen Potenzial soll es diesmal endlich mit dem großen Wurf für die goldene Generation klappen.

Der Trainer weiß um den Wert des Stars von Manchester City für seine Mannschaft. „Kevin ist immer noch unterschätzt, wenn man unser Spiel bewertet. Er ist ein entscheidender Spieler, er setzt die Offensiven in Szene“, urteilte der Coach.

De Bruyne ist inzwischen Mahner und Kritiker zugleich. Obwohl die Belgier unter Martínez seit mehr als eineinhalb Jahren unbesiegt sind, attackierte er öffentlich taktische Schwächen in dessen System. Seine Botschaft: System zu defensiv, zu viele Spieler greifen an, kein klarer taktischer Plan, keine Lösungen für Unterzahl-Situationen in der Abwehr. „Wir müssen etwas ändern“, forderte de Bruyne.

Seit seinem Wechsel von Wolfsburg nach Manchester vor drei Jahren hat sich de Bruyne, der in der Saison 2012/2013 bei Werder Bremen spielte, zum Weltklassespieler entwickelt und fordert als gereifter Premier-League-Profi nun auch bei den Roten Teufeln eine größere Rolle ein. 76 Millionen Euro überwies City 2015 an den VfL Wolfsburg für all die schönen Dinge, die de Bruyne einer Mannschaft bringt.

Er sei ein Sieger, der seinen Kollegen „alles abverlangt“, sagte indes Martínez. Er weiß am besten: Nicht nur ihnen.

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