B - BREMEN/DPA/SID/SR - Im sich zuspitzenden Kampf um die deutsche Fußball-Meisterschaft beginnt die Zeit der psychologischen Spielchen. Weil Werder Bremen sich an diesem Freitag (20.30 Uhr/Weserstadion) im Heimspiel gegen Alemannia Aachen zumindest vorübergehend wieder an die Spitze der Bundesliga schießen kann, stichelte Schalkes Ex-Bremer Mladen Krstajic: „Das ist kein Problem, dann ist Werder am Freitag halt letztmals Tabellenführer.“ Bremens Sportdirektor Klaus Allofs konterte: „Gegen Cottbus muss Schalke am Sonnabend erst einmal gewinnen.“
Die Rollenverteilung ist neu. Während die Bremer zuletzt in den Sonntagsspielen nachlegen mussten, können sie nun Schalke unter Druck setzen. Allofs rechnet in den verbleibenden fünf Runden mit Schalker Patzern: „Das ist nicht nur Wunschdenken, sondern das zeigt auch die Vergangenheit.“ Werder-Trainer Thomas Schaaf gab sich derweil wie gewohnt vorsichtig und sagte zum Titelkampf: „Wir haben nichts mehr abzugeben.“
Die Bremer haben allen Grund zu Selbstbewusstsein. Nachdem der Herbstmeister nach der Winterpause in eine Krise gerutscht war, hat er zuletzt geglänzt und durfte auch wieder Tore von Miroslav Klose bejubeln. Seit elf Pflichtspielen ist Werder nunmehr ungeschlagen.
Gegen Aachen soll Rechtsfuß Patrick Owomoyela wieder linker Verteidiger spielen, weil Pierre Wome und Christian Schulz ausfallen. Doch auch Owomoyela ist angeschlagen. „Ich hoffe, dass ich Freitag spielen kann“, sagte der 27-Jährige. Offen ist zudem die Besetzung des Mittelfelds, weil sich Tim Borowski erneut verletzte. Wahrscheinlich wird Frank Baumann erstmals nach mehr als fünf Monaten wieder in der Startelf stehen.
Während die Bremer weiter von Meistertitel und Uefa-Cup-Sieg träumen, kämpft Alemannia Aachen um den Klassenerhalt. Der Aufsteiger muss in Bremen auf die gesperrten Laurentiu Reghecampf (Gelb) und Sascha Rösler (Gelb-Rot) verzichten. Darüber hinaus meldete sich noch Stürmer Vedad Ibisevic (muskuläre Probleme) ab.
Allofs dementierte derweil, Werder habe Jermaine Jones von Eintracht Frankfurt ein Angebot gemacht. „Er steht nicht auf dem Wunschzettel“, sagte Werders Sportdirektor. Jones hatte behauptet, Angebote aus Schalke, Stuttgart und Bremen vorliegen zu haben. Nachfolger des wechselwilligen Torsten Frings könnte dagegen der griechische Nationalspieler Konstantinos Katsouranis werden. Der 27-Jährige spielt beim portugiesischen Spitzenclub Benfica Lissabon.
