B - Tim Borowski trifft endlich wieder, und Werder Bremen ist vor dem Spitzenspiel gegen Schalke 04 zurück im Championsliga-Rennen: Das erste Bundesliga-Tor des Fußball-Nationalspielers seit 433 Tagen ist für den Club von der Weser doppelt Gold wert.
Borowski unterstrich mit dem glänzend erzielten 2:1 (1:1) bei Hertha BSC seine wiederkehrende Bedeutung für Noch-Arbeitgeber Werder, der nach zuvor vier sieglosen Spielen am nächsten Sonnabend sogar zum ersten Bayern-Verfolger avancieren könnte.
In München spielt Borowski in der kommenden Saison, doch vorher zählt für ihn nur Bremen. „Ich will den Leuten zeigen, dass mir das hier nicht egal ist“, sagte der zuletzt des öfteren verletzte Borowski, der zuletzt am 28. Januar 2007 ein eigenes Tor bejubeln durfte. „Das, was mich eigentlich auszeichnet, war in letzter Zeit nicht immer zu sehen. Ich hoffe, dass die Kurve jetzt hochgeht“, fügte der Mittelfeldspieler hinzu und dankte dem ebenfalls formverbesserten Torsten Frings für dessen Steilpass in der 73. Minute. Markus Rosenberg hatte nach 38 Sekunden für das bisher schnellste Bundesliga-Tor dieser Saison gesorgt, Andre Lima (10.) zwischenzeitlich für die Berliner ausgeglichen.
Ganz nebenher brachte sich Borowski sogar wieder für einen Platz im EM-Kader ins Gespräch. Das genießt für den bald 28-Jährigen aber nicht oberste Priorität: „Ich trainiere ordentlich und versuche, Defizite zu beseitigen. Wenn es dann reicht, würde ich mich riesig freuen.“
Vorbereiter Frings freute sich neben dem Sieg auch besonders über den Torschützen. „Der ,Boro‘ war richtig heiß auf das Spiel. Der Trainer hat ihm das Vertrauen gegeben, und er hat es zurückgegeben“, sagte Frings. Der angesprochene Thomas Schaaf betonte: „Es ist wichtig, dass er wieder reinkommt.“ Der Werder-Trainer setzt auch am kommenden Sonnabend im Heimspiel gegen die zweitplatzierten Schalker auf Borowski.
Zudem wünschte sich Schaaf, dass das Erfolgserlebnis verloren gegangenes Selbstvertrauen zurückbringt. Borowski sprach zwar von Ansätzen, doch als überzeugend bewertete auch er Werders Vorstellung vor den fast 60 000 Zuschauern im Olympiastadion nicht. Noch deutlicher wurde Nationalspieler Clemens Fritz: „Es war nicht das, was wir selbst von uns erwarten.“
