BAD ZWISCHENAHN - BAD ZWISCHENAHN - Die Erstaufführung des neuen Werbefilms der Gemeinde Bad Zwischenahn als Bewerber für eines der 32 WM-Teamquartiere bei den Fußball-Weltspielen 2006 in Deutschland zeigte Wirkung. „Jetzt brauchen Sie Fifa-Präsident Sepp Blatter nur noch einen Aal, einen Zinnlöffel und einen Korn dazu einpacken. Er wird begeistert sein“, warf der frühere Fifa-Schiedsrichter und heutige Uefa-Delegierte Wolf-Günter Wiesel (Hannover) beeindruckt in die Runde.
Dass die ernsthafte WM-Bewerbung außer Riesenspaß und eines guten gemachten PR-Videos aber auch richtig harte Arbeit benötigt, wurde den Teilnehmern und 50 Gästen des Zwischenahner WM-Talks schnell deutlich. Die Ammerländer jedenfalls wollen jetzt noch einmal die Ärmeln hochkrempeln – und gewannen am Montagabend wichtige neue Mitstreiter.
Vorstandsvorsitzender Jürgen Born von Werder Bremen versprach in der Schlussrunde ebenso wie der argentinische Fifa-Agent Luis Gonzalez, seine guten Südamerika-Kontakte zum Wohle der Gemeinde einbringen zu wollen.
„Als Bremer muss ich ja vorsichtig sein. Denn unser Parkhotel hat sich auch beworben. Aber wenn ich Trainer wäre, ich würde lieber zur Vorbereitung nach Bad Zwischenahn gehen", überraschte Born die Zuhörer.
110 Orte bemühen sich um einen attraktiven WM-Gast vom 9. Juni bis 9. Juli 2006. Doch nicht alle der 32 WM-Teams dürften zu haben sein, was die Ammerländer Chancen knapp unter eine Quote von 1:3 drückt. Die deutsche Mannschaft ist schon nach Berlin vergeben, die Brasilianer werden wohl in Leverkusen logieren, und die Argentinier sind so gut wie an Wolfsburg vergeben. Der Autokonzern VW unterhält bekanntlich beste Kontakte nach Argentinien, was der Bewerbung aus Wolfsburg zu Gute kommen sollte.
Erst im Herbst nach Abschluss aller Qualifikationsspiele steht das WM-Teilnehmerfeld fest, am 9. Dezember dann werden in Deutschland die Vorrunden-Gruppen ausgelost. Alle 110 Bewerber müssen bis März 2006 ihre Hotelkapazitäten vorhalten. Doch solange wollen die wackeren Ammerländer gar nicht warten. „Jetzt wird die entscheidende Phase eingeleitet, und die wollen wir aktiv begleiten“, betonten unisono die Repräsentanten der Ammerländer WM-Initiative.
So soll nun ein internationaler WM-Botschafter für die Gemeinde gesucht werden. Denn ohne die richtigen Menschen und Kontakte – siehe Wolfsburg – kann man nicht in den Hochadel des Weltfußballs aufsteigen, wie Amateur-Manager Heinz Keppmann von Borussia Dortmund klarstellte.
Die hochkarätig besetzte Runde, vom „Kicker“-Nordchef Hans-Günther Klemm gut geleitet, war sich aber in einem Punkt einig: Bad Zwischenahn mit seinen Sportanlagen, dem Freizeitwert, dem Reha-Zentrum am Meer, seinen Hotelkapazitäten und einer erstklassigen Infrastruktur kann im Konzert der Großen ganz vorne mitspielen.
In den Kreis der 110 ausgewählten WM-Quartiere (von ursprünglich über 1000) vorgedrungen zu sein, „darf ganz sicher schon als etwas Gewaltiges angesehen werden“, meinte der frühere Bundesliga-Schiri Wiesel.
Jetzt muss nur noch der Kampfgeist der Region geweckt werden, wie Dr. Eckhard Keill (Hüppe GmbH) betonte. „Denn wir wollen das Ding am Ende auch bekommen. Dafür treten wir an, und dazu brauchen wir jetzt viele Mitmacher", unterstrich Keill die „herausragende wirtschaftliche Dimension" der Ammerländer WM-Offensive.
