BARCELONA/BREMEN - BARCELONA/BREMEN/DPA/SID - Für den Bremer Fußball-Nationalspieler Miroslav Klose hat das Geheimtreffen mit Vertretern des FC Bayern ein Nachspiel. Werder-Manager Klaus Allofs hat den Stürmer und dessen Berater Alexander Schütt zu einer Unterredung gebeten. „Das Treffen mit den Bayern war lediglich ein Informationsgespräch und keine Vertragsverhandlung. Es hat nur 20 Minuten gedauert, aber der Zeitpunkt war natürlich unglücklich. Dafür möchte ich mich bei Werder und allen Fans entschuldigen“, sagte Klose nach der Aussprache mit Allofs und Werder-Geschäftsführer Manfred Müller. „Ich hätte Trainer und Manager vorher informieren müssen.“ Allofs akzeptierte die Entschuldigung.
Thomas Schaaf, der seinen Stürmerstar bei der 0:3-Niederlage in Barcelona ausgewechselt hatte, entzog dem WM-Torschützenkönig die Stammplatzgarantie. „Ob wir am Sonntag in Bielefeld mit Miro oder ohne ihn spielen, werden wir sehen“, sagte der Werder-Trainer. Man müsse die Leistung hinterfragen. „Miro ist ein wichtiger Teil der Mannschaft, aber die steht an erster Stelle.“
Auch in der Gunst der Fans ist Klose tief gesunken. Nach der Pleite im Olympiastadion von Barcelona, die durchschnittlich 4,78 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 17,2 Prozent) am Fernseher verfolgt hatten, beleidigten 500 mitgereiste Schlachtenbummler den WM-Torschützenkönig. Sie waren sauer über die Meldungen angeblicher Kontakte zu den Bayern.
Schaaf nahm auch Torwart Tim Wiese nicht in Schutz. „Das war das Ende einer Kette von Fehlern“, sagte der Trainer zu Wieses ungestümer Notbremse in der 58. Minute, als der herausstürmende Torwart Espanyols Kapitän Raul Tamudo umtrat und die Rote Karte bekam. Er wurde von der Uefa-Disziplinarabteilung am Freitag für ein Spiel gesperrt.
Obwohl in der Bundesliga spielberechtigt, muss Wiese auch in Bielefeld zuschauen. Schaaf legte sich früh auf Andreas Reinke als Keeper im viertletzten Punktspiel fest. „Es ist klar, dass Reinke gegen Espanyol wieder spielen wird, ich möchte ihm deshalb gegen die Arminia zusätzliche Spielpraxis verschaffen“, begründete Schaaf.
