BARCELONA - Aus den Lautsprechern von Camp Nou dröhnte das Barca-Vereinslied, die meisten der 85 000 Zuschauer und die Stars des FC Barcelona waren schon verschwunden. Nur die Spieler von Schalke 04 standen noch im Mittelkreis, ließen ihre Blicke durch die riesige Betonschüssel schweifen und wollten gar nicht von der großen Fußball-Bühne abtreten.

„Das war richtig schön, hier könnte ich ewig spielen – in diesem Stadion, vor diesem Publikum, auf diesem Platz“, schwärmte Kapitän Marcelo Bordon nach der 0:1-Niederlage der Königsblauen im Viertelfinal-Rückspiel der Championsliga.

Bei den Schalkern ist trotz des Ausscheidens nun Geld für einen Torjäger internationaler Klasse vorhanden. Mindestens 35 Millionen Euro, inklusive

der Einnahmen aus dem Vermarktungs-Pool der europäischen Fußball-Union eher 40 Millionen, haben die Schalker in der Championsliga eingenommen. „Wir wollen ein Risiko eingehen, aber wir müssen auch weiter ruhig schlafen können“, sagte Manager Andreas Müller, der andeutete, rund zehn Millionen Euro für einen „Knipser“ von der Kategorie eines Klaas-Jan Huntelaar (24/Ajax Amsterdam) ausgeben zu wollen.

Trainer Mirko Slomka, gesundheitlich angeschlagen, wirkte bei seinem höchstwahrscheinlich letzten Championsliga-Auftritt mit Schalke extrem niedergeschlagen. Trotz aller Spekulationen um seine vorzeitige Ablösung zum Saisonende geht er zuversichtlich „davon aus, dass ich meinen Vertrag bis 2009 erfülle.“

Der FC Barcelona dementierte derweil, verdeckte Disziplinar-Maßnahmen gegen einige seiner Stars verhängt zu haben. „Es wurden keine Spieler vom Kader ausgeschlossen“, erklärte Sportdirektor Txiki Begiristain. Er widersprach damit Aussagen von Xavier Sala Martin, einem Mitglied von Barcas Wirtschaftsrat. Sala Martin hatte behauptet, dass einige Stars aus disziplinarischen Gründen derzeit nicht spielen würden. Um eine öffentliche Diskussion zu vermeiden, hätte der Club den Betreffenden Verletzungen angedichtet. Die spanische Presse spekuliert, dass es sich um den zweimaligen Weltfußballer Ronaldinho, den Portugiesen Deco und den Mexikaner Rafael Marquez handeln soll.