BARCELONA - BARCELONA/DPA/SID/SR - Deutschlands torhungrigste Mannschaft setzt international wieder auf Abwehrstärke. „Es ist so, dass die Defensive gut funktionieren muss, damit unsere Offensive funktioniert“, sagte Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf vor dem Halbfinal-Hinspiel des Uefa-Cups an diesem Donnerstag bei Espanyol Barcelona (20.45 Uhr/Sat 1). Wenn dem Fußball-Bundesligisten bei einem Konter dann noch das 300. Tor in einem internationalen Wettbewerb gelänge, dann würde Mittelfeldspieler Torsten Frings mit seiner forschen Ankündigung Recht behalten: „Wir können jeden Club in Europa schlagen.“

Gestört wurde die Bremer Vorbereitung durch neue Spekulationen über die Zukunft von WM-Torschützenkönig Miroslav Klose (siehe Kasten). Offenbar gab es ein Geheimtreffen zwischen dem Bremer Stürmer und der Clubführung von Bayern München. „Wenn es so ist, dass Klose sich mit ihnen getroffen hat, ist das ein merkwürdiger Termin zwei Tage vor so einem wichtigen Spiel“, sagte Werder-Sportdirektor Klaus Allofs.

Nach zuletzt zwölf Pflichtspielen ohne Niederlage soll Barcelona auf der langen Reise zum Endspiel am 16. Mai in Glasgow die letzte Zwischenstation sein, bei der die Bremer ihrer neuen Abwehrstärke und Stabilität vertrauen können. In den beiden zurückliegenden Uefa-Cup-Runden hatte Werder es bereits vorgemacht und spielte bei Celta Vigo und beim AZ Alkmaar jeweils zu Null. „Es ist prinzipiell so, dass wir ohne Gegentor bleiben wollen. Wenn dann noch ein Tor gelingt, umso besser“, sagte Schaaf.

Gegen Espanyol ist die Abwehr besonders gefordert. Der Gegner ist mit 27 Toren die treffsicherste Mannschaft des Wettbewerbs. Zudem steht in dem zehnmal erfolgreichen Walter Pandiani der torgefährlichste Stürmer des Uefa-Pokals im Team.

In Espanyol Barcelona wartet auf die Bremer allerdings laut Kartenstatistik auch die unfairste Mannschaft. Allein im zweiten Viertelfinal-Spiel gegen Benfica Lissabon sahen fünf Spieler des Teams von Trainer Ernesto Valverde Gelbe Karten, in Pablo Javier Zabaleta, Francisco Chica und Luis Garcia sind gleich drei gegen Werder gesperrt.

Personell hat sich die Lage für die Bremer entspannt. Nach der Rückkehr von Frank Baumann und Daniel Jensen hat sich in Christian Schulz ein weiterer Mittelfeldspieler zurückgemeldet. Verzichten muss Werder weiter auf Pierre Wome (Zehenbruch) sowie die deutschen Nationalspieler Tim Borowski (Außenbanddehnung am Knie) und Per Mertesacker (Meniskuseinriss).