BARCELONA - BARCELONA/DPA/SID - Nach einer enttäuschenden Vorstellung benötigt Werder Bremen ein Fußball-Wunder, um noch ins Endspiel des Uefa-Pokals einzuziehen. Der Tabellen-Zweite der Bundesliga verlor am Donnerstag überraschend klar mit 0:3 (0:1) bei Espanyol Barcelona und nimmt damit eine schwere Hypothek mit ins Halbfinal-Rückspiel am kommenden Donnerstag im Weserstadion (20.45 Uhr/Sat 1). Vor 40 000 Zuschauern besiegelten Moises Hurtado (20.), Walter Pandiani (50.) mit seinem elften Tor im laufenden Wettbewerb und Coro (88.) die erste Niederlage der Bremer nach zwölf Pflichtspielen. In der 58. Minute sah Werder-Torhüter Tim Wiese wegen einer Notbremse gegen Espanyols Kapitän Raul Tamudo die Rote Karte und muss im zweiten Duell gegen die Katalanen zuschauen. Dann wird auch der gelb-gesperrte Clemens Fritz passen müssen. Auf Seiten von
Espanyol wird im Rückspiel Torjäger Pandiani fehlen – ebenfalls wegen einer Gelbsperre.
Mit einer konzentrierten Defensivleistung und ohne Gegentor wie in Alkmaar und Vigo wollte Werder den Grundstein für die erste Final-Teilnahme im Europapokal seit 15 Jahren legen. Doch ausgerechnet das Prunkstück der vergangenen Wochen war im Olympiastadion drei Mal nicht im Bilde. Aber auch im Spiel nach vorne fanden die Bremer keine Mittel, um das Bollwerk des Uefa-Cup-Finalisten von 1988 zu knacken.
Nachdem die Bremer die Partie 20 Minuten lang gut im Griff gehabt hatten, gerieten sie durch eine der gefürchteten Standardsituationen Espanyols, vor denen Trainer Thomas Schaaf seine Spieler gewarnt hatte, in Rückstand. Nach einem kurz ausgeführten Eckball von Ivan de la Pena ließ Hunt seinen Gegenspieler Rufete flanken und Hurtado köpfte zum 1:0 ein. Fünf Minuten nach Wiederbeginn war erneut eine Ecke von de la Pena Ausgangspunkt des zweiten Espanyol-Tores. Der von der Werder-Abwehr nicht energisch genug bewachte Uruguayer Pandiani stieg am höchsten und fälschte den Ball mit dem Kopf zum 2:0 ab. Der Platzverweis für Wiese war nur wenig später der nächste Schock für die Bremer. Andreas Reinke ging anschließend zwischen die Pfosten. Am 3:0 durch Coro (88.) war er schuldlos.
