BASEL - Deutschland träumt vom Titel, die Portugiesen können das Thema Europameisterschaft abhaken. Angeführt vom überragenden Bastian Schweinsteiger warf das DFB-Team am Donnerstagabend in Basel den hoch gehandelten Turnier-Favoriten im Viertelfinale mit 3:2 (2:1) aus dem Rennen und steht nach zwölf Jahren wieder in der Vorschlussrunde einer Fußball-EM.

Erstmals bei diesem Turnier zeigte sich die diesmal von Assistent Hans-Dieter Flick gecoachte DFB-Auswahl als echter Titelkandidat und feierte durch Tore von Schweinsteiger (22.), Miroslav Klose (26.) und Michael Ballack (61.) einen verdienten Erfolg.

Der Gegner im Halbfinale am kommenden Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF) wiederum in Basel wird an diesem Freitag zwischen Kroatien und der Türkei ermittelt. Nuno Gomes (40.) und Helder Postiga (87.) trafen für den EM-Zweiten von 2004, der die deutsche Elf am Ende noch mal mächtig zittern ließ. „Wir haben die in meinen Augen beste Mannschaft aus dem Turnier gekickt. Man hat gesehen, wir können Fußball spielen“, meinte Schweinsteiger nach Spielschluss.

In der Tat: Nach einer Vorrunde mit mehr Schatten als Licht war die deutsche Mannschaft im ersten K.o.-Spiel kaum wiederzuerkennen und präsentierte sich körperlich und geistig auf den Punkt topfit. Bundestrainer Joachim Löw, der das Spiel wegen einer Sperre von der Tribüne aus verfolgte, hatte einige Umstellungen vorgenommen. Für den wegen eines Rippenbruchs nicht einsatzfähigen Torsten Frings spielte Simon Rolfes, Mario Gomez musste auf die Bank. Im linken defensiven Mittelfeld durfte Thomas Hitzlsperger von Beginn an ran, rechts spielte Bastian Schweinsteiger seine Rolle dagegen offensiver. Löw wich so vom bisherigen 4-4-2-System ab und ließ ein 4-2-3-1 mit Miroslav Klose als einziger Spitze spielen. Lukas Podolski wurde ins offensive Mittelfeld beordert. „Diese Umstellung war heute der Schlüssel zum Sieg“, freute sich Ballack.

Die deutsche Elf begann so engagiert wie in keinem ihrer vorherigen drei EM-Spiele, vor allem Schweinsteiger erwies sich als eine Belebung für das Angriffsspiel. „Und man hat gesehen, dass jeder für den anderen da war“, nannte Philipp Lahm das deutsche Erfolgsrezept.

Die schnelle 2:0-Führung ließ die deutsche Elf allerdings leichtsinnig werden. Portugals Kapitän Nuno Gomes schaffte den 2:1-Anschluss. Nach Wiederanpfiff ließ sich die deutsche Elf zunächst etwas zurück drängen, um spektakulär zurückzuschlagen. Schweinsteigers Freistoßflanke köpfte Michael Ballack (61.) zum 3:1 ein.

Nachdem Podolski (79.) mit einem satten Weitschuss gescheitert war, wurde es in der 87. Minute nochmal spannend: Helder Postiga nutzte eine Unaufmerksamkeit in der deutschen Deckung zum 3:2-Anschlußtreffer.