Oldenburg - Viel zu feiern hatten die Fans der EWE Baskets Oldenburg in der vergangenen Saison wahrlich nicht. Eine Ausnahme in einer ansonsten enttäuschend und trostlos verlaufenen Spielzeit bildete da das letzte Gastspiel der Basketballer des FC Bayern. Es war der 29. Oktober 2011, als die Oldenburger die damals frisch in die Bundesliga aufgestiegenen, aber dennoch schon höchstambitionierten Münchner mit 88:81 bezwangen – und die mit 3148 Zuschauern ausverkaufte EWE-Arena in ein Tollhaus verwandelten.

An diesem Mittwoch (20 Uhr) bitten die Baskets die Bayern erneut in eigener Halle zum Tanz. Und selbstredend hätte niemand aus dem Oldenburger Lager etwas gegen eine Wiederholung eines solchen Abends einzuwenden. Zwar spricht Oldenburgs Trainer Sebastian Machowski vor der Partie des Tabellenzweiten gegen den Vierten von „einem Spiel wie jedem anderen“, doch – und das weiß auch Machowski – stellen Siege gegen den Weltclub von der Isar für Fans und Mannschaft sehr wohl etwas anderes dar als ein Erfolg über Ludwigsburg. Die Bayern polarisieren eben, egal ob die Sportart nun Fußball oder Basketball heißt.

Um gegen den hochkarätig besetzten Gegner bestehen zu können, sollte Machowski vielleicht einen Wecker in der Kabine aufstellen. Denn in den beiden vergangenen Auswärtsspielen (in Braunschweig und Frankfurt) verschliefen die Baskets die Anfangsphase völlig und konnten beide Duelle erst mit einigem Kraftaufwand und – wie in Frankfurt – etwas Glück für sich entscheiden. Dass dies wieder gelingt, darauf sollte man sich gegen das Starensemble von Trainer Svetislav Pesic besser nicht verlassen.

Die Gefahr, dass die Gastgeber die Partie möglicherweise nicht mit der richtigen Einstellung angehen, dürfte indes gegen Null tendieren. Schließlich gibt es Motivationsanreize genug: Da ist zum einen der große Name des Kontrahenten, zum anderen aber auch die Aussicht, mit einem Sieg Platz zwei weiter zu festigen und so einen großen Schritt in Richtung Heimvorteil in den Playoffs zu machen. Und nicht zuletzt ist es womöglich die letzte Partie in der alten EWE-Arena. Denn je nach Platzierung in der Abschlusstabelle werden die Baskets ihre Heimspiele in den Playoffs in der neuen, direkt gegenüber erbauten Halle austragen – und was wäre da passender, als zum Abschied ein erneutes Basketball-Fest inklusive Sieg im Spitzenspiel zu feiern?