Sinsheim/München - Der FC Bayern wollte die unliebsame Diskussion um den Bruch mit Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt am liebsten ganz schnell beenden und wies jede Verantwortung von sich.
„Keiner hat ihm die Schuld an der Niederlage in Porto gegeben“, sagte Sportvorstand Matthias Sammer am Rande des 2:0-Sieges bei 1899 Hoffenheim und erklärte das delikate Thema beim Fußball-Bundesligisten kurzerhand für beendet. Man müsse nicht zusätzlich versuchen, „Dinge zu interpretieren oder hochzuspielen. Es ist die Entscheidung von Müller-Wohlfahrt. Wir haben es zur Kenntnis genommen und es bedauert. Es ist alles dazu gesagt.“
Müller-Wohlfahrt (72) hatte zusammen mit seinem medizinischen Stab das Ende seiner Tätigkeit für den FC Bayern damit begründet, dass er vom Verein für die 1:3-Pleite im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Porto verantwortlich gemacht worden sei. Müller-Wohlfahrt will sich über das Ende der Zusammenarbeit nach 38 Jahren noch dezidiert äußern. In Sinsheim saß für ihn Volker Braun – sonst Arzt der zweiten Mannschaft – auf der Bank. Das wird wohl auch beim so wichtigen Rückspiel gegen Porto an diesem Dienstag (20.45 Uhr/ZDF) so sein.
Auswirkungen auf Müller-Wohlfahrts Arbeit beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) wird der Rückzug nicht haben. „Wir haben mit ihm vereinbart, dass er bis zur EM 2016 Mannschaftsarzt bleibt. Daran wird sich nichts ändern“, sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.
Beim Erfolg gegen Hoffenheim war Sebastian Rode in Abwesenheit von Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm der Chef im Mittelfeld. Xabi Alonso saß nur auf der Bank, Thiago wurde eingewechselt. Blondschopf Rode trieb sein Team mit Wucht und Schnelligkeit nach vorne. Mit einem sehenswerten Schlenzer traf er zum 1:0 (38. Minute). Trainer Pep Guardiola schwärmte von dem 24-Jährigen: „Rode ist ein spezieller Spieler. Ich weiß nicht, wie lange ich Trainer bei Bayern München sein werde, aber solange ich hier bin, wird Sebastian Rode immer hier sein.“
Für den zweiten Bayern-Treffer sorgten dann die Hoffenheimer. Kapitän Andreas Beck unterlief ein Eigentor (90.+3).
