Hannover - Barcelona kann kommen – so lautete das Fazit eines amüsanten Bundesliga-Nachmittags, an dem der neue deutsche FußballMeister Bayern München sich warm schoss und deutlich mit 6:1 (3:0) bei Hannover 96 gewann.

Mario Gomez (40. Minute, 62.) und Claudio Pizarro (71., 86.) bewarben sich mit je zwei Toren um die vakante Mittelstürmer-Position in der Partie gegen Lionel Messi und Co. Zuvor hatten Hannovers Lars Stindl per Eigentor (16.) und Franck Ribéry (23.) den munteren Torreigen eröffnet. Nach einem Schnitzer von Nationalkeeper Manuel Neuer hatte Andre Hoffmann (84.) mit seinem ersten Bundesligator zum 1:5 für die harmlosen Hannoveraner getroffen.

Jeder der ins Team rotierten Spieler schien sich für einen Platz im Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona an diesem Dienstag (20.45 Uhr/Sky) bewerben zu wollen. Dabei stellten die Bayern nebenbei einen Rekord auf. Noch nie feierte ein Verein 26 Siege in einer Spielzeit. In der Saison der Superlative können noch zwei weitere Bestmarken fallen: Mit nun 89 Toren nehmen die Münchner ihren eigenen Rekord von 101 Treffern aus der Saison 1971/72 ins Visier. Zudem stellten sie den Dortmunder Bestwert von 81 Punkten bereits am Sonnabend ein.

Mit großer Spannung verfolgten die Bayern-Fans dabei das interne Stürmerduell um den Platz des gegen Barca gesperrten Mario Mandzukic. Dass Gomez in Hannover als Mittelstürmer begann und vorzeitig duschen durfte, spricht für den deutschen Nationalspieler. Dennoch lieferte Pizarro die spielerisch bessere Vorstellung ab. Sicher ist hingegen der Einsatz von Bastian Schweinsteiger. Der Mittelfeldakteur hat seine leichten Sprunggelenksprobleme so weit überwunden, dass er am Sonntag uneingeschränkt trainieren konnte. In Hannover war er geschont worden.

Nicht in Bestform präsentierte sich dort erneut Manuel Neuer, dem vor dem Gegentreffer ein Freistoß von Christian Pander aus den Händen gerutscht war. Eine Torwart-Debatte wollte Trainer Jupp Heynckes jedoch nicht aufkommen lassen: „Manuel Neuer spielt eine überragende Saison.“

Das gilt für Hannover nicht. Im Spiel eins nach dem Abschied von Sportdirektor Jörg Schmadtke wirkte das Team unter den Augen von Alt-Bundespräsident Christian Wulff ängstlich und überfordert. „Das Thema Europa ist für uns nun abgehakt“, kommentierte Trainer Mirko Slomka die bittere 1:6-Pleite. Derweil beteiligte sich Vereinsboss Martin Kind nicht an den Spekulationen über den neuen Sportdirektor: „Wir orientieren uns an der Qualität von Herrn Schmadtke.“