Bremen - Die Amtszeit von Thomas Schaaf bei Werder Bremen war lang. Für die Regie im Weserstadion offenbar so lang, dass sie beim Testspiel gegen den FC Fulham (1:0) zum Namen des neuen Trainers Robin Dutt das Bild von Schaaf auf der Anzeigetafel einblendeten. Dutt nahm es mit viel Humor. „Wir können das als Markenzeichen ja immer so machen. Dann hätten wir eine wunderbare Symbiose geschaffen“, sagte der 48-Jährige lachend.

Für den neuen Übungsleiter war der „Tag der Fans“ ein überwältigendes Erlebnis: „Bei allem, was ums Stadion veranstaltet wurde, konnte man merken, dass Werder ein großer Verein ist. Ich fühle mich hier sehr wohl und freue mich, dass wir den Fans zur Abrundung ihres Tages einen Sieg schenken konnten.“

Der Erfolg wurde von allen Beteiligten nüchtern analysiert. Schließlich startet Fulham, das sich von Bremen aus direkt ins Trainingslager nach Irdning in der Steiermark aufmachte, erst am 17. August mit der Saison in der englischen Premier League. „Eine Woche Unterschied ist für den Stand einer Vorbereitung schon entscheidend“, sagte Dutt. Und Manager Thomas Eichin ergänzte: „Wir können schon objektiv einordnen, dass Fulham nicht volles Tempo gegangen ist.“

Euphorie kam daher auch bei den Bremer Profis nicht auf. „Das war sehr ordentlich und macht Mut. Aber wir müssen in dieser Woche beim Training noch mal eine Schippe drauflegen, um für den 1. FC Saarbrücken gerüstet zu sein“, sagte Aaron Hunt mit Blick auf das DFB-Pokalspiel an diesem Sonntag (14.30 Uhr) beim Drittligisten. Von dessen 1:5 am Sonnabend bei Aufsteiger Holstein Kiel lässt sich Hunt nicht blenden: „Wir brauchen uns keine Hoffnung zu machen, dass sie dadurch in ihrer Motivation gelähmt sein könnten.“

Eichin nannte dann auch sogleich die Vorgaben für die Tage bis zum Pokalspiel im Saarland: „Wir müssen noch etwas im Spritzigkeitsbereich zulegen und vor allem an unserer Chancenverwertung arbeiten.“ Werder ging mit den Möglichkeiten zu fahrlässig um. „Fulham ist sicherlich kein Fallobst, aber trotzdem hätten wir höher gewinnen müssen“, sagte Kapitän Clemens Fritz.

Der Sieg schürt in Bremen dennoch die Zuversicht auf einen guten Saisonstart. Zum zweiten Mal in Folge gab es keinen Gegentreffer und nach vorne wurde wesentlich flüssiger kombiniert. „Wir haben die verschiedenen Teilarbeiten der Vorbereitung gut aneinandergereiht“, sagte Dutt.