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NWZonline.de Sport Fußball

Fußball-Bundesliga: Coordes kritisiert Werders Einkaufspolitik

15.10.2015
Bremen  –
Frage: Herr Coordes, Sie wurden in Bremerhaven geboren, spielten zum Anfang ihrer Karriere für Werder Bremen und leben seit 25 Jahren im Süden der Republik. Haben Sie noch viele Kontakte in den Norden?

Coordes (71): Ich bin regelmäßig in Bremerhaven. Das liegt an meinen Geschwistern und meinem Sohn, die dort leben. Und ich verfolge mit Interesse, dass im Nordwesten ja gerade Tolles entsteht.

Frage: Was meinen Sie?

Bewegte Karriere als Spieler und Trainer

Der 1944 in Bremerhaven (damals Wesermünde) geborene Egon Coordes startete seine Laufbahn bei der Leher Turnerschaft. Über Bremerhaven 93 (1967 bis 69) zog es ihn zu Werder (1969 bis 71), ehe er für den VfB Stuttgart spielte (1971 bis 76). Coordes kommt auf 157 Bundesliga-Einsätze und neun Tore. Seine Trainerkarriere startete Coordes 1977 beim OSC Bremerhaven. In seiner Heimat betrieb er ein Sportgeschäft und eine Bowlingbahn, ehe Uli Hoeneß ihn 1984 zum Co-Trainer von Udo Lattek bei den Bayern machte. 1986/87 war Coordes Cheftrainer des VfB Stuttgart, kehrte aber nach einem Jahr zum FC Bayern zurück (als Co-Trainer von Jupp Heynckes). Coordes war unter anderem Cheftrainer des Hamburger SV (1992) und von Hannover 96 (1995). Von 2003 bis 2014 war er Spiel- und Spielerbeobachter für den FC Bayern. Er lebt in der Nähe von Memmingen.

Coordes: Den VfB Oldenburg, der die Regionalliga anführt. Das finde ich spannend. Ich habe früher am Donnerschwee gespielt, da herrschte eine super Stimmung.

Frage: Der VfB schwappt in der Tat auf einer Euphoriewelle. Im Gegensatz zu Werder Bremen nach zuletzt vier Niederlagen in Serie in der Liga.

Coordes: Bei den Bremern hat seit der unnötigen Niederlage gegen Ingolstadt (0:1) eine Kehrtwende nach unten stattgefunden. Ich schätze Viktor Skripnik und seine Arbeit sehr. Aber in der Vergangenheit wurden einige Fehler bei Werder gemacht.

Frage: Welche sind das?

Coordes: Ich denke an Eljero Elia, der ablösefrei abgegeben wurde. Der hat große Qualität, aber Kopfprobleme. Den muss ich mir dann erziehen. Die Bremer schimpfen, dass Sie kein Geld haben, lassen einen Spieler wie Elia aber ablösefrei ziehen. Das passt nicht.

Frage: Sie kritisieren die Bremer Personalpolitik. . .

Coordes: Nils Petersen ist ein anderes Beispiel. Ich habe damals den Kontakt zu Thomas Schaaf gesucht und Petersen persönlich überzeugt, dass er von den Bayern nach Bremen geht, um Spielpraxis zu sammeln. Der zeigt jetzt in Freiburg, was für ein guter Abschlussspieler er ist, wenn er Vertrauen spürt. Die Bremer haben ihm keines gegeben. Außer Jannik Vestergaard hat Werder zuletzt nicht gut eingekauft. Für mich wurden Ergänzungsspieler geholt. Klar, Werder hat wenig Geld. Das lass’ ich aber als Ausrede nicht zählen. Dann muss die Auswahl besser getroffen werden.

Frage: Was denken Sie denn über die Verpflichtung von Claudio Pizarro?

Coordes: Ich kenne ihn gut. Wenn ich einen Spieler dieses Formats zurückhole, muss ich ihn besser einbinden.

Frage: Bei Ihnen würde Pizarro von Beginn an spielen?

Coordes: Unbedingt. Nach 60 Minuten kann er immer noch heruntergehen. Er ist kein Einwechselspieler. Pizarro ist so erfahren, er kann sich seine Kraft einteilen. Er muss der Leitwolf der Mannschaft sein, der verlängerte Arm des Trainers auf dem Platz.

Frage: Sie haben in den letzten Jahren als Spiel- und Spielerbeobachter bei den Bayern fungiert und unter Louis van Gaal und Jupp Heynckes Gegneranalyse betrieben, ehe Sie vor der vergangenen Spielzeit aufgehört haben . . .

Coordes: Die Mannschaften und Spieler des FC Bayern sind zu großen Teilen mit über unseren Tisch gegangen. Da bin ich schon stolz drauf. Ich war in der ganzen Welt unterwegs. Für besonders wichtig halte ich den Übergang von der U 17/U 19 in den Seniorenkader. Deswegen haben wir weltweit in dieser Altersstruktur beobachtet.

Frage: Wer ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Coordes: Als er noch Jugendspieler war, habe ich Manuel Neuer bei einem U-17-Länderspiele in Wohlen in der Schweiz beobachtet. So etwas hatte ich vorher noch nie gesehen. Er war damals schon ein ,Gummikaspar’, seine Bewegungen waren sensationell und ein super Fußballer war er noch dazu.

Frage: Er kam aber erst einige Jahre später nach München.

Coordes: Wir hatten in dieser Zeit Oliver Kahn und danach Hans-Jörg Butt. Uli Hoeneß brauchte einfach keine jungen Torhüter. Es zählte Erfahrung. Heute hat sich die Denkweise etwas verändert.

Frage: Die Bayern spielen erneut in einer eigenen Liga. Warum sind sie derart überlegen?

Coordes: Sie haben sich wieder exzellent verstärkt. Da fallen mir Douglas Costa oder Arturo Vidal ein. Der Vidal ist der beste Spieler, den du in diesem Sommer für eine Spitzenmannschaft verpflichten konntest. Er ist ein toller Zweikämpfer und Fußballer.

Frage: Können die Bayern in diesem Jahr – wie bereits 2013 – erneut das Triple aus Meisterschaft, Pokalsieg und Champions-League-Titel gewinnen?

Coordes: In den Pokalwettbewerben hängt das von der Tagesform ab. In einem Spiel ist viel möglich. Sie sind auf allen Positionen mehr als doppelt besetzt, das ist international ihr Vorteil. Ich denke, sie sind dadurch führend in der Welt. Als Konkurrent sehe ich unmittelbar Real Madrid. Barcelona hat nach dem Verlust von Xavi und der Verletzung von Messi derzeit an Qualität verloren.

Frage: Sie scheinen den Fußball auch mit 71 noch intensiv zu verfolgen . . .

Coordes: Ja, zu den Heimspielen in München gehe ich regelmäßig. Und an diesem Sonnabend komme ich nach Bremen und gucke mir die Partie im Weserstadion an.

Frage: Was muss Werder tun, um gegen diese Bayern bestehen zu können?

Coordes: Der Rasen muss brennen, dann kann Werder den Münchnern weh tun. Jeder muss über sich hinauswachsen. Die Spieler müssen mit einer gesunden Härte die Bayern stören, so dass sie sich nicht entwickeln können. Auf dem Papier hat Werder keine Chance, aber Spiele werden auf dem Platz entschieden.

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Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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