Frankfurt/Oldenburg - Als Benno Möhlmann zum ersten Mal in der 2. Fußball-Bundesliga auf der Trainerbank saß, hieß sein Gegenüber noch Volker Finke. Auf dem Platz standen damals die heutigen Manager von Borussia Mönchengladbach (Max Eberl) und des FC St. Pauli (Rachid Azzouzi). Möhlmanns Fürther gewannen bei Finkes Freiburgern an jenem 19. Oktober 1997 mit 1:0. An diesem Sonntag – am Wochenende beendet die Zweite Liga ihre Winterpause – wird der aktuelle Coach des FSV Frankfurt sein 420. Spiel als Zweitliga-Trainer bestreiten. Möhlmann verbessert damit einen Rekord, der noch älter ist als seine eigene Zweitliga-Karriere. Denn der bisherige Rekordhalter Uwe Klimaschewski ist schon seit knapp 20 Jahren aus dem Geschäft.

„Die 420 Zweitliga-Spiele – diese Zahl an sich ist für mich nicht so entscheidend“, sagt Möhlmann. „Für mich zählt vor allem, dass ich jetzt seit 40 Jahren als Spieler und Trainer im Profigeschäft tätig bin und dass es in dieser Zeit nur wenige Tage gab, an denen ich nicht auf dem Platz stand. Das hat für mich schon eine gewisse Bedeutung.“ In seinem Rekordspiel trifft der 58-Jährige mit dem FSV ausgerechnet auf seinen Ex-Verein FC Ingolstadt. Dabei wird leicht vergessen, dass der langjährige Profi von Werder Bremen auch schon in der 1. Liga gearbeitet hat: 1992 begann seine Trainerkarriere beim Hamburger SV, wo er 1989 seine Karriere als Spieler beendete. 2002 führte er Arminia Bielefeld ins Oberhaus zurück.

Er wisse genau, dass er auch in der Bundesliga gut zurecht käme. „Und wenn sich diese Gelegenheit noch mal ergäbe, würde ich mich natürlich freuen“, sagt Möhlmann und betont zugleich: „Ich bin absolut zufrieden damit, in der 2. Liga tätig zu sein. Nach meiner Einschätzung gibt es in Deutschland vielleicht 50 sehr gute Arbeitsstellen für einen Fußballlehrer. Eine davon habe ich.“

Entscheidend als Trainer mitgeprägt hat den gebürtigen Lohner die Zeit unter Otto Rehhagel beim SV Werder, für den er fast zehn Jahre lang (1978 - 1987) als Mittelfeldmotor und Spielführer auflief.

Noch heute hält er eine enge Beziehung zu Bremen. Seine Familie wohnt nach wie vor in der Hansestadt und auch für Werders Traditionsmannschaft fungiert er immer wieder einmal als Coach – zuletzt beim Oldie-Hallenturnier im Januar 2012 in der Oldenburger EWE-Arena.

Als Möhlmann als Trainer anfing, gab es noch keine Nachwuchsleistungszentren, kaum Viererabwehrketten, dafür aber noch den Libero. Doch der Ex-Profi ist mit der Zeit gegangen: „Auch für einen älteren Trainer ist es wichtig, dass er immer offen und modern bleibt und mit den Dingen mitgeht, die sich entwickeln“, sagt Möhlmann.

Er weiß nur zu genau: „Man muss nicht alles bis zur Perfektion selbst verinnerlicht haben. Aber man muss bestimmte Dinge an seine Spezialisten weitergeben können. Wenn ich das nicht getan hätte in den letzten 10 bis 15 Jahren, dann wäre ich nie auf diese Anzahl an Spielen im Profibereich gekommen.“