BERLIN/BOCHUM - Krawalle von Hooligans haben am Wochenende die Spiele der Fußball-Bundesliga überschattet und neue Sicherheitsfragen aufgeworfen. Bei Ausschreitungen in Berlin, Bochum und Bielefeld gab es mehrere Schwerverletzte und rund 200 Festnahmen.
Zum Auftakt der Gewalt-Exzesse randalierten Kölner Rowdys am Freitagabend am Rande des Spiels beim VfL Bochum (0:0). Dabei wurden neun Personen, darunter ein Polizist, verletzt. Ein Ordner erlitt innere Verletzungen, unter anderem an der Milz, ein weiterer Knochenbrüche und eine Schultereckgelenksprengung. Es gab 19 Festnahmen und Strafanzeigen. Wir bedauern das zutiefst. Der 1. FC Köln wird alles tun, um bei der Aufklärung zu helfen, sagte Kölns Manager Michael Meier. Das Ausmaß der Krawalle ist beispiellos in den letzten Jahren, so VfL-Sprecher Christian Schönhals.
Rund 1000 Kölner Rowdys hatten sich am Abend auf einen Fußmarsch vom Bochumer Hauptbahnhof zum Stadion begeben. Kurz vor der Arena versuchten rund 600 von ihnen, den Gästebereich zu stürmen. Die Ordner versuchten, das durch das Schließen der Stadiontore zu verhindern, was die Hooligans zu weiteren Übergriffen provozierte. Erst eine Hundertschaft der Polizei brachte die Situation unter Reizgas-Einsatz unter Kontrolle.
Rund 100 Anhänger des Hamburger SV sorgten am frühen Sonnabend für eine halbstündige Sperrung der Gleise am Bielefelder Hauptbahnhof. Die Randalierer, die auf der Durchreise zum Spiel in Mainz (1:1) waren, wurden in Gewahrsam genommen. Einige Rowdys wurden am frühen Morgen in einem Schnellrestaurant im Bahnhof auffällig und zündeten sogar Feuerwerkskörper. Als die Bundespolizei einschritt, wurden die Beamten massiv behindert. Nachdem die Rowdys auch im Zug nach Mainz randalierten, nahm die Polizei sie mit Hilfe von Verstärkungskräften aus Hamm, Münster und Minden in Gewahrsam.
Auch beim Spiel zwischen Hertha BSC und Frankfurt (1:3) kam es am Sonnabend zu unschönen Szenen. Vor dem Spiel hatten 50 Frankfurter Randalierer Berliner Zuschauer mit Schlägen, Tritten und Flaschen angegriffen. Die Polizei musste die Gruppen trennen. Kurz darauf schlugen zehn Eintracht-Anhänger am Eingang zum Gästeblock auf Ordner ein. 66 Personen wurden vorübergehend festgenommen, 18 Verfahren, unter anderem wegen Landfriedensbruch und Körperverletzung, eingeleitet.
