BERLIN - Sein Ex-Club ist wieder in der 2. Bundesliga. Und bei seinem aktuellen Verein ist Otto Rehhagel offenbar mit seinem Latein am Ende. Die Rettungsmission des 73-jährigen Trainer-Oldies in Berlin steht nach der 1:2-Pleite gegen seinen ehemaligen Meisterclub 1. FC Kaiserslautern vor dem krachenden Scheitern. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagte Rehhagel zwar gleich mehrmals.

Doch der schwache Auftritt von Hertha BSC gegen den ersten Absteiger aus der Fußball-Bundesliga in der Saison 2011/12 war so schockierend, dass sogar der sich zuvor immer so kämpferisch gebende Manager Michael Preetz eingestand: „So wie wir heute gespielt haben, haben wir keine Chance. So holen wir keinen Punkt mehr.“ Um nichts unversucht zu lassen, beziehen die Herthaner am Mittwoch vor dem Schalke-Spiel ein „externes Trainingslager“.

Während die nun tatsächlich abgestiegenen Lauterer (der 1. FC Köln ist nach seinem Punktgewinn gegen Stuttgart nicht mehr einzuholen) im Berliner Olympiastadion wieder erste Annäherungsversuche zu ihren enttäuschten Fans wagten, sah Herthas Vorstellung schon wie eine Kapitulation aus. Keine Spur von „Alles oder Nichts“, kein Aufbäumen, kein Plan: Das, was im Abstiegskampf unbedingt notwendig ist, „war total weg über 90 Minuten“, befand Preetz. Selbst als nach der FCK-Führung durch Oliver Kirch (27. Minute) und Andrew Wooten (38.) Peter Niemeyer zum 1:2 einköpfte (60.), blieb der Endspurt aus.

Erklärungen fand Rehhagel in der für ihn beispiellosen Personalnot: „So dramatisch wie bei Hertha hab‘ ich das noch nie erlebt, dass Leute spielen müssen, die die ganze Woche nicht trainieren konnten.“

Mehr als eine komplette Abwehr fällt den Berlinern inzwischen wegen Verletzungen aus. Nun kassierte Aushilfs-Verteidiger Niemeyer auch noch eine Gelb-Rote Karte, es war schon der achte Platzverweis für den Hauptstadtclub in dieser Saison.

„Wir müssen jetzt einigermaßen die Enttäuschung überwinden, es nutzt nichts“, sagte Rehhagel und verwies auf die noch immer nur zwei Punkte Rückstand auf Relegationsplatz 16 vor den Spielen auf Schalke und dann gegen Hoffenheim: „Unsere Chance ist noch da, man muss versuchen, sie zu nutzen.“