BERLIN - Die Münchner demonstrierten ihre Vormachtstellung. Beckenbauer verlangte die Krönung in der neuen Saison.

Von Klaus Bergmann

und Ulli Brünger

BERLIN - Als Oliver Kahn im rot-weißen Konfetti-Regen den DFB-Pokal in den Berliner Nachthimmel reckte, war die Fußball-Welt des FC Bayern wieder in Ordnung. Mit dem verdienten 2:1 (1:1) im Finale gegen Herausforderer Schalke 04 machte der Rekord-Champion im Premierenjahr unter Trainer Felix Magath das fünfte „Double“ der Vereinsgeschichte perfekt und dokumentierte eindrucksvoll seine unangefochtene Vormachtstellung im deutschen Fußball. „Die Mannschaft war in diesem Jahr die beste – mit Abstand“, sagte Magath.

Bei der nächtlichen Sieger-Party in der Zentrale des Hauptsponsors geriet Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge ins Schwärmen über Spieler und Trainer. „Wenn man deutscher Meister wird mit 14 Punkten Vorsprung und in dieser Manier den Pokal holt, dann ist das à la Bonheur. Ihr habt Fantastisches geleistet“, rief Rummenigge, ehe er entschlossen zum Sturm auf Europas Thron blies. „Im nächsten Jahr werden wir in der Champions-Liga voll angreifen!“ Dieses Mal entschädigte die unersättlichen Bayern das „Double“ für den schmerzhaften Viertelfinal-K.o. gegen Chelsea London.

Aber der Club, der Trainer, die Spieler, die Sponsoren, die Fans lechzen nach mehr. „Die meisten unserer Spieler sind schon vier-, fünfmal Meister geworden. Sie wollen die Krönung“, sagte Franz Beckenbauer.

Manager Uli Hoeneß’ anmaßender Spruch, es sei „undenkbar“, dass Schalke die Bayern dreimal in einer Saison schlagen könne, bewahrheitete sich am Sonnabend. Doch erst in der 76. Spielminute gelang dem Sekunden zuvor eingewechselten Hasan Salihamidzic das Siegtor – allerdings aus klarer Abseitsposition.

„Leider hat es wegen einer Person länger gedauert“, kommentierte Torjäger Roy Makaay, der das 1:0 (42.) erzielt und das 2:1 vorbereitet hatte. Gemeint war Florian Meyer. Der Schiedsrichter pfiff Elfmeter für Schalke nach einem zweifelhaften Foul an Ailton (45.), den Lincoln zum 1:1 verwandelte.