BERLIN - Steffi Graf, Boris Becker und Kati Witt müssen noch draußen bleiben. Die neue Ruhmeshalle des deutschen Sports würdigte beim feierlichen Gründungsakt am Dienstag in Berlin im Beisein von Bundespräsident Horst Köhler erstmal verdiente Sportpersönlichkeiten wie Max Schmeling, Hans Frömming, Franz Beckenbauer oder Gottfried von Cramm. Anspruch auf Vollständigkeit erhob die Deutsche Sporthilfe als Ideengeber dieses ehrgeizigen Projekts bei der Auswahl der ersten 40 Mitglieder nicht.

Vor allem vor dem Hintergrund des Nazi-Regimes und des DDR-Sports sei es ein Problem, „gerecht, endgültig und frei zu bewerten“, so der ehemalige Sporthilfe-Vorsitzende Hans Wilhelm Gäb, der 2006 den Grundstein für die „Hall of Fame“ gelegt hatte.

Vor mehr als 300 Gästen aus Politik und Sport wurde die vorerst nur virtuelle Institution immer wieder als „wertvoller Ort der Erinnerungen“ gelobt. Eine permanente Pilgerstätte für Fans soll es vorerst nicht geben. 2009 ist eine Wanderausstellung geplant.

Fußball-Legende Uwe Seeler nannte den Ehrentempel „eine wichtige Traditionspflege und Einrichtung für die Jugend“, Handball-Bundestrainer Heiner Brand komplimentierte den „überfälligen Einfall der Wertschätzung“ und IOC-Vizepräsident Thomas Bach lobte die „verdienstvolle Auseinandersetzung mit der Geschichte“.

In der Auswahl offenbare sich die „Gebrochenheit und Widersprüchlichkeit der deutschen Geschichte“, betonte Thomas Mergel, Professor für Europäische Geschichte an der Berliner Humboldt-Universität.

Nur drei Frauen wurden bisher in den elitären Club aufgenommen. „Warum weiß ich auch nicht, aber das wird sich hoffentlich bald ändern“, kommentierte Ski-Idol Rosi Mittermaier, Doppel-Olympiasiegerin von 1976.