BERLIN - Mutlos, planlos, hoffnungslos: Mit der fünften Pleite in Serie und dem schlechtesten Saisonstart seit zwölf Jahren befindet sich Hertha BSC im freien Fall. Die Berliner wurden am Sonntag beim 0:4 (0:3) von Aufsteiger SC Freiburg im Olympiastadion vorgeführt und sind nach sechs Spieltagen Tabellenletzter der Fußball-Bundesliga.

Auf Platz 18 hatte Hertha zuletzt vor fünfeinhalb Jahren gestanden. Aufgrund der desolaten Form dürfte nun der Druck auf Hertha-Trainer Lucien Favre, der das Team in der vergangenen Saison noch auf Platz vier geführt hatte, erheblich zunehmen.

Der überragende Ivica Banovic (6. und 68.), Cedric Makiadi (12.) und Mohamadou Idrissou (42.) erzielten die Treffer für überlegene Freiburger, die zum ersten Mal in Berlin gewannen.

„So kann es nicht weitergehen. Ich denke, dass wir nicht mehr bereit sind, zu kämpfen und zu verteidigen wie vor einigen Monaten. Wir denken, dass wir nur noch nach vorne spielen können. Das ist ungenügend. Es ist eine enorme Herausforderung, da rauszukommen“, sagte der sichtlich entsetzte Favre. Die Berliner waren 1997, im Jahr der Bundesliga-Rückkehr, mit zwei Punkten aus sechs Spielen noch schlechter gestartet.

Eine höhere Heimniederlage gab es zuletzt im Mai 2006 (1:5 gegen Leverkusen). „Ich kann mich nur für meine Leistung und die Leistung der Mannschaft entschuldigen. Wir stecken im Abstiegskampf. Man kann diese desolate Leistung nicht entschuldigen“, sagte Hertha-Kapitän Arne Friedrich. Schon vor dem Anstoß musste sich Favre ein gellendes Pfeifkonzert aus der Ostkurve gefallen lassen. Ein Rezept gegen den sportlichen Niedergang ließen die Hausherren aber auch diesmal vermissen.