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NWZonline.de Sport Fußball

Bei den Bayern hakt es hinten

08.02.2019

Berlin Mats Hummels kratzte sich kurz am Kopf, die Extra-Schicht wegen seines groben Patzers war dem Verteidiger sichtlich unangenehm. „Ein großer Fehler“ sei ihm da unterlaufen, gestand der Fußball-Nationalspieler, „da braucht man nicht lange drumherum reden. Ich bin sehr froh, dass wir trotzdem weitergekommen sind.“

Durch den Aussetzer von Hummels, der den Ball völlig unbedrängt per Kopf auf 2:2-Torschütze Davie Selke (67. Minute) vorlegte, musste Bayern München im Achtelfinale des DFB-Pokals bei Hertha BSC in die Verlängerung. Erst in dieser halben Stunde spielte der Rekord-Pokalsieger wie eine Spitzenmannschaft und gewann verdient 3:2 (2:2, 1:1). Auch deshalb ging Trainer Niko Kovac nicht zu hart mit Hummels ins Gericht.

„Wir müssen jetzt nicht alles über Mats ausschütten. Ich weiß ganz genau, wie es ist, wenn man als Spieler einen Fehler macht. Dann will man sich am liebsten irgendwo einbuddeln“, sagte Kovac: „Es ist nicht allzu viel passiert, da werden wir drüber hinwegsehen.“ Allerdings ist auch Kovac nicht entgangen, dass sein Team seit Jahresbeginn in keinem einzigen Pflichtspiel ohne Gegentor blieb und sich mit Abwehr-Schnitzern immer wieder selbst in die Bredouille bringt.

Und Kovac weiß auch, dass die Offensivstars des FC Liverpool solche Fehler im bevorstehenden Champions-League-Duell noch gnadenloser bestrafen werden. „Wenn wir in diesem Jahr etwas erreichen wollen“, warnte der Kroate, „dann dürfen wir solche einfachen Tore nicht herschenken.“

Hummels erklärte seinen Fauxpas mit Verwirrung. Er habe den Ball zum Torwart zurückköpfen wollen und zugleich die Warnung vor einem heraneilenden Gegenspieler gehört: „Dann kamen drei Gedanken auf einmal, und ich habe irgendwie den Mittelweg gewählt. Das ist im Fußball meistens komplett falsch.“

Fakt ist: Hummels und auch Jérome Boateng, der sich erneut mit dem Bankplatz zufrieden geben musste, laufen ihrer Topform hinterher. In Berlin waren es „Doppelpacker“ Serge Gnabry (7. und 49.) und Siegtorschütze Kingsley Coman (98.), die die Bayern vor 74 667 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion vor dem peinlichen Pokal-K.o. bewahrten.

Robert Lewandowski ging zwar erneut leer aus, doch der polnische Stürmerstar spielte engagiert und bereitete zwei Treffer vor. Angriffslustig war der 30-Jährige auch noch nach dem Abpfiff. Angesprochen auf die harte Kritik von Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann konterte Lewandowski bei ESPN: „Es interessiert mich nicht, was jemand über mich sagt. Ganz besonders nicht, wenn das nur total dämlich ist. Ich denke nicht, dass er viel von Taktik versteht.“

Der ehemalige Bayern-Profi Hamann hatte den Torjäger nach der 1:3-Ligapleite bei Bayer Leverkusen scharf kritisiert. „Ich glaube, dass Lewandowski zum Problem für Bayern München wird“, sagte der 45-Jährige: „Seine Theatralik, sein Abwinken, sein zum Teil lustloses Verhalten auf dem Platz. Ich glaube, es ist offensichtlich, dass er ein Einzelgänger ist.“

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