BERLIN - Sechs Wochen vor Beginn der Fußball-EM in der Ukraine spitzt sich die Diskussion über die politischen Missstände im Co-Gastgeberland der Euro 2012 zu. Sport und Politik sind im Menschenrechtsfall Julia Timoschenko, die aus Protest gegen ihre Haftbedingungen in einen unbefristeten Hungerstreik getreten ist, gespalten. Bundes-Innenminister Hans-Peter Friedrich sprach sich am Mittwoch gegen einen Boykott aus.

Die Bundestags-Abgeordnete Dagmar Freitag forderte dagegen, dass sich auch der Sport in gravierende Fälle einmischen muss.

„Der Deutsche Fußball-Bund folgt der Haltung von Friedrich“, erklärte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, der im Fall der ehemaligen Präsidentin Julia Timoschenko kein Druckmittel des Sports sieht: „Wir als Sportverband können nicht die Probleme lösen“, sagte er.

Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Meister Borussia Dortmund, boykottiert die EM vor Ort so lange, bis Timoschenko, die 2011 zu sieben Jahren Haft verurteilt worden war, „eine angemessene Behandlung erhält“.