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NWZonline.de Sport Fußball

Investoren drängen in „Insolvenzliga“

18.07.2019

Berlin In Unterhaching schwören sie auf Aktien. Kaiserslautern, Uerdingen oder 1860 München vertrauen auf einen Investor. Sie alle eint die Angst vor dem Kollaps ebenso wie die Hoffnung auf neuen Glanz. Seit Jahren ist die 3. Fußball-Liga als „Insolvenzliga“ verschrien, zu viele Clubs wurden in den finanziellen Ruin getrieben.

„In einer Studie über Insolvenzen im deutschen Fußball haben wir auch gesehen, dass das Insolvenzrisiko in der 3. Liga am höchsten ist“, sagte Sportökonom Daniel Weimar dem Deutschlandfunk vor der am Freitag beginnenden neuen Saison. Grund dafür sind vor allem die wesentlich geringeren TV-Einnahmen im Vergleich zur 2. Liga, während der Spielbetrieb in seinem vollen Umfang ähnlich kostenintensiv ist. Ein Konstrukt, das die meisten Clubs zum schnellen Erfolg verdammt.

Setzen auf Fremdkapital

Die Zweitliga-Absteiger müssen eigentlich umgehend aufsteigen, um nicht in einen Abwärtsstrudel zu geraten. Traditionsreiche Clubs, die früher einmal in der Bundesliga spielten und nun am Abgrund balancieren, wollen mit aller Macht hoch und setzen auf Fremdkapital. Zwei Musterbeispiele treffen gleich an diesem Samstag (14 Uhr/SWR) im ersten Saisonspiel aufeinander: die SpVgg Unterhaching und der 1. FC Kaiserslautern. Zuvor eröffnen an diesem Freitag 1860 München und Preußen Münster die zwölfte Spielzeit der 3. Liga, in der der FC Ingolstadt, der 1. FC Magdeburg, Eintracht Braunschweig und der MSV Duisburg als Aufstiegsfavoriten gelten.

Die Hachinger gingen in diesem Sommer an die Börse, um den wirtschaftlichen Spielraum zu vergrößern. Bis zum 26. Juli können Anleger die Wertpapiere zu einem Festpreis von 8,10 Euro an der Börse München kaufen. „Vier Millionen Euro haben wir uns ja bereits in einer ersten Platzierungsrunde gesichert. Grundsätzlich bin ich für jede gezeichnete Aktie dankbar“, sagte Präsident Manfred Schwabl der „Wirtschaftswoche“. Die Ausgaben für die neue Saison beziffert Schwabl auf 2,5 Millionen Euro. „Wer in der 3. Liga um den Aufstieg mitspielen will, macht operativ einfach Verlust“, erklärt der Ex-Nationalspieler.

Innerhalb von drei Jahren soll es für Haching in die 2. Liga gehen. Schwabl bezeichnet diesen Meilenstein wegen der höheren Einnahmen als „entscheidend“. Ein strammer Plan, den auch Unterhachings erster Saisongegner aus Kaiserslautern verfolgt – nur dass der Investor Flavio Becca bereits von der Bundesliga träumt. Der Luxemburger stieg im Mai bei den Pfälzern ein und verhinderte mit einem Darlehen die Insolvenz. Nun will er in den kommenden Jahren bis zu 25 Millionen Euro investieren, damit die Lauterer es wieder in die Bundesliga schaffen.

„Diese Summe kann man nicht einfach durch die Anzahl der Jahre teilen. Denn in der dritten Liga wird mehr Geld benötigt als in der zweiten und in der ersten. Das Anschubkapital muss also höher sein. Deshalb ist die Bundesliga mein Ziel“, sagte Becca.

Er ist mit diesem Vorhaben nicht alleine, vor ihm haben Michail Ponomarew beim KFC Uerdingen und Hasan Ismaik bei 1860 München ähnliche Pläne gefasst. In den großen Fußball sind beide Vereine aber noch nicht zurückgekehrt. Ökonom Weimar glaubt vielmehr, diese sich diese Investoren „in Stellung bringen für das Fallen der 50+1-Regel“.

Meppen behauptet sich

Zwischen all diesen großen Namen behauptet sich seit zwei Spielzeiten der SV Meppen, der an diesem Samstag (14 Uhr) gegen den FSV Zwickau in die Saison startet, im Tabellenmittelfeld. Trainer Christian Neidhart (früher u.a. VfB Oldenburg) musste einige schmerzhafte Abgänge in diesem Sommer verkraften, darunter Stürmer Nick Proschwitz (Eintracht Braunschweig), Nico Granatowski (VfL Osnabrück) und Kapitän Martin Wagner (Hannover 96 II). Als Königstransfer der Emsländer gilt Angreifer Julius Düker, der vom Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn nach Meppen gewechselt ist. „Wir fokussieren uns nach einer sehr intensiven Vorbereitung voll auf den Start der neuen Saison und kommen jetzt in den Drittliga-Rhythmus“, sagt Neidhart.

Mahnende Beispiele dafür, wie Traditionsclubs in der 3.Liga zerrieben wurden, gibt es in der jüngeren Vergangenheit genug. Kurz hintereinander meldeten RW Erfurt und der Chemnitzer FC im Frühjahr 2018 Insolvenz an und stiegen in die Regionalliga ab. Deswegen gilt für alle Vereine: Die 3. Liga bleibt ein Kampf.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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