BERLIN - BERLIN/DPA/BB - In der Potsdamer Disco „Nachtleben“ floss der Sekt bis in den frühen Morgen, die Spielerinnen von Turbine Potsdam grölten immer wieder den Pop-Song von der „geilen Zeit“, und DFB-Chef Theo Zwanziger feierte als neues Vereinsmitglied mit dem Cupsieger: Der 1. FFC Turbine Potsdam hat in einer Hitzeschlacht den DFB-Pokal souverän verteidigt und beim 3:0 (2:0) Meister 1. FFC Frankfurt mit erfrischendem Offensiv-Fußball düpiert. Die „Tor-Bienen“ gewannen vor einer Woche bereits den Uefa-Cup.

„Das war die Hölle auf dem Rasen“, meinte Spielführerin Ariane Hingst zu den über 50 Grad in der Sonne. Meteorologen hatten für Berlin den wärmsten 28. Mai seit 1892 registriert. „Aber wir haben 150 Prozent rausgeholt und verdient gewonnen“, sagte Hingst. Und Conny Pohlers, die mit einem Weltklasse-Tor in der 23. Minute zum 1:0 getroffen hatte, jubelte: „Die Sprüche der Frankfurter im Vorfeld waren die beste Motivation. Das macht den Sieg besonders süß“. Die Treffer zum 2:0 und 3:0 steuerten die Nationalstürmerinnen Petra Wimbersky (34.) und Anja Mittag (80.) bei.

Frankfurts Manager Siegried Dietrich hatte einen Tag vor dem Endspiel gestichelt, dass sich die Potsdamer nach dem Verlust der Meisterschaft mit dem Uefa-Cup eine „Nische“ gesucht hätten. Auch nach dem Spiel erwiesen sich nicht alle Frankfurter Frauen als faire Verliererinnen. „Potsdam hat überhart agiert. Vielleicht waren sie sauer über die verlorene Meisterschaft“, meinte Renate Lingor. Und auch Trainer Hans-Jürgen Tritschoks kritisierte die angeblich zu aggressive Spielweise des Siegers.