BERLIN - Aussortiert und abgeschoben: Selbst ein Weltmeister bekommt den Verkaufsdruck der Fußball-Bundesliga zu spüren. Luca Toni von Bayern München führt eine Gruppe von Profis an, die bei den Clubs auf einer Streichliste stehen. Die Vereine können sich angesichts finanzieller Engpässe keine teuren Ladenhüter mehr leisten und nutzen die neue Transferperiode ab Freitag, um den Kader zu verstärken, aber auch zu verschlanken.
Wie sehr Auslaufmodellen die Perspektivlosigkeit klar gemacht wird, zeigt sich in Bremen. Trainer Thomas Schaaf hatte in der Hinrunde selbst gestandene Profis wie Jurica Vranjes nicht nominiert, obwohl auf der Bank noch Platz war. Neben dem Kroaten sollen Dusko Tosic und Said Husejinovic gehen.
Sollten auch die Stürmer Markus Rosenberg und Marcelo Moreno wechseln, wäre Platz für einen starken Zugang. Gehandelt wird Mario Mandzukic, an dem Werder schon öfter interessiert war. Für den Kroaten forderte Dinamo Zagreb aber bislang rund zehn Millionen Euro.
Der Abgang von Toni von den Bayern zum AS Rom ist dagegen so gut wie perfekt. „Alle Parteien sind sich einig. Zwischen dem 1. und 2. Januar erwarten wir die Bestätigung“, so Tonis Manager Tullio Tinti am Dienstag.
Die Bayern haben auch Breno, Christian Lell und Andreas Görlitz nahegelegt, sich einen neuen Club zu suchen. Top-Star Franck Ribery soll trotz regelmäßiger Offerten bleiben. „Mit ihm wollen wir vorzeitig verlängern“, bekräftigte Präsident Uli Hoeneß. Falls Ribery bis zum Frühjahr seinen Vertrag nicht vorzeitig verlängern sollte, will Real Madrid ihn im Sommer für 50 Millionen Euro kaufen.
In Wolfsburg schürt der neue Geschäftsführer Dieter Hoeneß derweil den Konkurrenzdruck. „Die Transferperiode endet erst am 31. Januar. Bis dahin kann noch viel passieren.“ Tabellenführer Bayer Leverkusen hat bereits Nägel mit Köpfen gemacht. Verliehen wurden Theofanis Gekas (Hertha BSC) und Richard Sukuta-Pasu (St. Pauli), Pierre De Wit wechselt nach Kaiserslautern. Zudem möchte sich Bayer von Lukas Sinkiewicz trennen. Mit Abwehrkollege Manuel Friedrich wurde der Vertrag dagegen am Dienstag vorzeitig bis 2013 verlängert.
Schalke pocht unterdessen auf die Rückkehr des an Flamengo Rio de Janeiro ausgeliehenen Ze Roberto. Der 29-Jährige (Vertrag bis 2011) war für ein Jahr zum brasilianischen Spitzenclub abgestellt worden. Er selbst will dort bleiben, doch der Leih-Kontrakt läuft nun aus.
