• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Sport Fußball

Klinsmann tritt bei Hertha zurück – Nouri übernimmt vorerst

12.02.2020

Berlin Nach nur elf Wochen ist Jürgen Klinsmann völlig überraschend als Chefcoach des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC zurückgetreten. Der ehemalige Bundestrainer erklärte seinen Entschluss bei Facebook mit fehlendem Vertrauen beim Berliner Club.

„Gerade im Abstiegskampf sind Einheit, Zusammenhalt und Konzentration auf das Wesentliche die wichtigsten Elemente“, schrieb der 55-Jährige am Dienstag bei Facebook. „Sind die nicht garantiert, kann ich mein Potenzial als Trainer nicht ausschöpfen und kann meiner Verantwortung somit auch nicht gerecht werden.“ Nun wolle er sich auf seine Aufgabe als Aufsichtsratsmitglied zurückziehen.

Die Hertha war zunächst völlig überrascht. Die Medienabteilung hatte keine Kenntnis vom Entschluss des früheren Fußball-Bundestrainers. „Insbesondere nach der vertrauensvollen Zusammenarbeit hinsichtlich der Personalentscheidungen in der für Hertha BSC intensiven Wintertransferperiode gab es dafür keinerlei Anzeichen“, sagte Sport-Geschäftsführer Michael Preetz. Zunächst werde Co-Trainer Alexander Nouri die Mannschaft betreuen, der auch schon den VfB Oldenburg und Werder Bremen trainierte.

Auch die Profis von Hertha BSC sind völlig überrascht vom plötzlichen Rücktritt Jürgen Klinsmanns. „Es sind seltsame Nachrichten, wir sind alle durcheinander“, sagte Mittelfeldspieler Marko Grujic nach dem Training am Dienstag. Vor der Einheit, die Assistent Alexander Nouri leitete, habe Klinsmann sein Team über die Entscheidung informiert. „Wir dachten, es geht um die Analyse des letzten Spiels. Und dann hat er es uns gesagt, dass er nicht länger Trainer ist“, berichtete Grujic. Klinsmann habe keine konkreten Gründe genannt. „Er hat gesagt, dass er diese Entscheidung treffen musste.“

Am 27. November hatte Klinsmann das Traineramt von Ante Covic übernommen. In seiner Zeit zeigte das Team im Abstiegskampf defensiv orientierten Fußball und stabilisierte sich zumindest. Im DFB-Pokal-Achtelfinale scheiterten die Berliner vergangene Woche allerdings beim FC Schalke 04 und verloren auch in der Liga nach schwacher Leistung mit 1:3 gegen den FSV Mainz 05.

„Wir waren in der relativ kurzen Zeit auf einem sehr guten Weg, haben auch dank der Unterstützung vieler Menschen trotz meist schwieriger Spiele inzwischen sechs Punkte Abstand zum Relegationsplatz“, schrieb Klinsmann.

Noch am Montagabend hatte Klinsmann für sein Projekt bei der Hertha geworben und im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur mindestens Platz 15, also den sicheren Klassenverbleib, am Saisonende versprochen. Am Samstag gastieren die Berliner bei Schlusslicht SC Paderborn in einem wegweisenden Spiel für den Abstiegskampf. „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Hertha das Ziel – den Klassenverbleib - schaffen wird“, schrieb Klinsmann auf Facebook.

Einen Kandidaten als möglichern Klinsmann-Nachfolger können die Berliner schon mal von der Liste streichen, denn Niko Kovac steht nicht zur Verfügung. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus dem Umfeld des früheren Hertha-Spielers. Kovac war bis November Chefcoach des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern, wurde dann aber freigestellt und ist seither ohne Anstellung. Der 48-Jährige wolle in dieser Saison keinen Trainerjob übernehmen, hieß es. Der Kroate war schon Ende November ein Trainerkandidat in Berlin, sagte der Hertha aber ab. Daraufhin wurde Ex-Bundestrainer Klinsmann verpflichtet.

In der Winterpause hatte Hertha dank Geldgeber Lars Windhorst kräftig auf dem Transfermarkt investiert. Für die vier Profis Santiago Ascacibar, Krzysztof Piatek, Matheus Cunha und Lucas Tousart, der jedoch auf Leihbasis noch ein halbes Jahr bei Olympique Lyon bleibt, blätterte der Hauptstadt-Club fast 80 Millionen Euro hin. Es sollte auch eine Investition in das Klinsmann-Projekt sein, das nun abrupt beendet ist.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.